Ich hatte bei Lost Bastards echt hohe Erwartungen, düstere Reverse-Harem-Story, kaputte Charaktere, Drama klang alles genau nach meinem Geschmack.
Und die Grundidee ist auch wirklich nicht schlecht: Fünf Jungs mit schwieriger Vergangenheit, viel Straßenleben, ein Anführer, der sie aufgenommen hat, und eine weibliche Hauptfigur, die in dieses ganze kriminelle Umfeld (Drogen etc.) reingerät und ihren eigenen Platz finden will.
Also eigentlich richtig viel Potenzial für eine intensive, emotionale Story.
Aber leider bleibt genau das komplett auf der Strecke.
Die Hintergründe der Charaktere werden nur kurz angerissen und gehen nie wirklich in die Tiefe. Man bekommt so kleine Infos, aber nichts, was einen wirklich packt oder emotional mitnimmt. Dadurch baut sich auch kaum Verbindung zu den Figuren auf.
Spannung ist leider auch kaum vorhanden. Es passiert zwar etwas, aber es fühlt sich alles eher oberflächlich an und zieht sich nicht wirklich auf einen Höhepunkt zu.
Dafür ist der Spice Anteil extrem hoch.
Teilweise hatte ich echt das Gefühl, ich lese hauptsächlich Smut und die Story läuft nur nebenbei mit.
Irgendwann dachte ich mir einfach: Das hätte man auch deutlich kürzer erzählen können und es wäre aufs Gleiche hinausgelaufen.
Positiv ist aber der Schreibstil, das Buch lässt sich flüssig lesen, Rechtschreibung passt und es gibt keine großen Auffälligkeiten. Nur manchmal wirkt der Satzbau ein bisschen holprig, aber das ist Geschmackssache.
Am Ende bleibt einfach das Gefühl, dass viel mehr drin gewesen wäre. Eine Fortsetzung ist zwar angekündigt, aber ich persönlich werde sie eher nicht lesen.