Vierundvierzig Jahre sind vergangen, seit Charlotte Kestner als "Lotte" in Goethes Werther zum Idol einer ganzen Generation wurde. Nun, im Jahr 1816, reist die Hofrätin nach Weimar, angeblich um Verwandte zu besuchen, in Wahrheit aber für eine letzte Klärung mit dem Mann, der ihr Leben literarisch enteignet hat. Doch der Dichterfürst, den sie vorfindet, ist ein unnahbares Monument geworden. Thomas Mann lässt das Weimar der Goethezeit mit einer Präzision und Ironie auferstehen, die ihresgleichen sucht. Ein faszinierendes Psychogramm über den Preis der Grösse und die Grausamkeit des Genies - eine Hommage und gleichzeitig eine Demaskierung des grössten deutschen Dichters.