Wer nicht so mit der Zeit der Berlin-Blockade vertraut ist, sollte am besten zuerst die historischen Hintergründe hinten im Buch lesen. Titus Müllers Roman zieht uns mitten in das Leben der damaligen Zeit mit Lebensmittelmarken, Schwarzmarkt und Tauschhandel. Die Personen: Nela, in Mexiko aufgewachsen, ist Volontärin bei der Zeitung Junge Welt. Ihr Vater ist unter einem Tarnnamen bei der CIA und hat mit russischen Spionen und Überläufern zu tun, ihre Mutter arbeitet bei der Abteilung "Agitation und Propaganda" der SED (Stasi), beide überzeugt von Gesellschaftssystemen, die sich feindlich gegenüberstehen. Nelas Freund Erik, auch Journalist, verliert wegen eines antisozialistischen Artikels seine Stelle und verschwindet.
Die Geheimdienste misstrauen einander und bespitzeln sich gegenseitig - CIA und CIC die sowjetische Staatssicherheitsbehörde MGB und umgekehrt - um eher über die Pläne des Gegners informiert zu sein, und all das in einer Zeit, wo die Versorgung Berlins wegen der russischen Blockade auf der Kippe steht. Die SED-regierte Ostzone ist von der Sowjetunion und Stalin abhängig. Man erfährt, wie in der militärischen Leitung das Problem gesehen wird. Bei den Russen hat der Chef der sowjetischen Militäradministration SMAD, Marschall Sokolowski das Sagen, bei den Alliierten ist es der amerikanische Militärgouverneur General Clay, der die Sache in die Hand nimmt und bei Präsident Truman erreicht, dass alle verfügbaren Militärflugzeuge herangezogen werden, um Westberlin das Überleben zu sichern - eine grandiose Aktion!
Nela scheint zwischen allen ideologischen Fronten zu sitzen - wird als Kurierin angeworben, gerät in tödliche Gefahr, taucht schließlich in West-Berlin unter ...
Hochspannender und historisch korrekter Roman