Verbindungen sozialmedialer und literarischer Schauplätze: eine medienphilologische Analyse von Praktiken und Rhetoriken weiblicher Subjektentwürfe.
Durch die Bekenntniskultur sozialer Medien entstehen neue literarische Formen. Ihre selbstdokumentarischen Verfahren reagieren auf differente mediale Affordanzen. Aus einer praxeologischen Perspektive analysiert Vanessa Grömmke-Urbanik, inwiefern weibliche Gegenwartsautor*innen plattformkapitalistische Strukturen nutzen, reflektieren und unterwandern. An der Schnittstelle von Literatur- und Medienwissenschaft stellt sie autofiktionale Strategien sozialmedialer Beiträge heraus, die weibliche Selbstermächtigung über die Auseinandersetzung mit Hassrede, Körper und Krankheit ermöglichen. Im Zentrum stehen virtuelle Übersetzungsprozesse, durch die Social-Media-Literatur zwischen digitalen und analogen Kontexten zirkuliert und in Buchform erscheint.