"Versuche, dein Leben zu machen" ist eine zutiefst bewegende und erschütternde Geschichte über Familie, Flucht und einen unerschütterlichen Lebenswillen. Margot Friedländer hat etwas geschafft, das vielen Menschen ihrer Zeit verwehrt blieb: Sie hat überlebt.Schonungslos und eindringlich erzählt sie von ihrer Familie - von einem Vater, der sie im Stich ließ, von ihrem kleinen Bruder und ihrer Mutter, die alles daransetzten, die Familie zu retten. Gerade diese persönlichen Schilderungen gehen unter die Haut und machen das Leid, die Angst und die Hoffnung dieser Zeit greifbar. Mir ging dieses Buch sehr, sehr nahe.Man möchte nicht von "Pech" sprechen, wenn man über ihr Schicksal liest. Zwar gab es vereinzelt Möglichkeiten, unterzutauchen, doch was bedeutet ein solches Wort angesichts der allgegenwärtigen Gefahr, der Willkür und der Ausweglosigkeit jener Zeit? Friedländers Geschichte zeigt, wie zerbrechlich menschliche Existenz sein kann - und wie viel Mut es braucht, dennoch weiterzuleben.Dieses Buch ist mehr als eine persönliche Erinnerung. Es ist eine eindringliche Mahnung, niemals wegzuschauen, Verantwortung zu übernehmen und die Erinnerung an den Holocaust lebendig zu halten. Gerade heute ist es von unschätzbarem Wert, immer und immer wieder davon zu berichten.