Mit Anubis entführt Wolfgang Hohlbein seine Leser in eine düstere Mischung aus Thriller, Horror und ägyptischer Mythologie. Die Grundidee ist spannend: Ein uralter Fluch, mysteriöse Morde und die bedrohliche Präsenz des ägyptischen Totengottes Anubis sorgen von Beginn an für eine unheilvolle Atmosphäre.Hohlbein versteht es, Spannung aufzubauen und den Leser mit kurzen Kapiteln und schnellen Perspektivwechseln bei der Stange zu halten. Besonders Fans mystischer und okkulter Elemente kommen hier auf ihre Kosten.Allerdings zeigt das Buch auch Schwächen. Der Erzählfluss ist sehr schleppend und macht die Geschichte trocken. Die Figuren bleiben größtenteils blass und wirken eher funktional als wirklich lebendig. Einige Handlungsstränge sind vorhersehbar, und nicht alle Fragen werden am Ende zufriedenstellend aufgelöst. Zudem erinnert die Struktur stellenweise stark an andere Werke des Autors, was den Eindruck von Wiederholungen entstehen lässt.Insgesamt ist Anubis solide Unterhaltung für zwischendurch: spannend, atmosphärisch und leicht zu lesen, aber ohne nachhaltige Tiefe oder große Überraschungen. Für Hohlbein-Fans empfehlenswert, für neue Leser ein ordentlicher, wenn auch nicht herausragender Einstieg.