Highlight, ein Buch, das ich kaum aus der Hand legen konnte. Atemlose Spannung, fesselnde Dynamik und starke Charaktere.
Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert stammt aus der Feder des Schweizers Joël Dicker und ist 2016 bei Piper erschienen. Joël Dicker legt hier einen außergewöhnlichen Roman vor. Es geht um weit mehr als um Mord und Ermittlungen. Die Themen Liebe, Schuld, Freundschaft, Einsamkeit und Berühmtheit sind geschickt darin verwoben. Die zentrale Figur ist der junge Schriftsteller Marcus Goldman, der nach seinem erfolgreichen Debüt mit einer Schreibblockade zu kämpfen hat. Die zweite wichtige Figur ist Harry Quebert, ein berühmter Schriftsteller sowie Marcus' ehemaliger Mentor und Freund. Dieser wird des Mordes an der fünfzehnjährigen Nola Kellergan beschuldigt, deren Leiche man nach vielen Jahren in seinem Garten findet. Marcus reist zu seinem Freund nach Aurora und beginnt mit eigenen Ermittlungen um seinem Freund zu helfen. Im Rahmen dieser Ermittlungen kommen Verflechtungen widersprüchlicher Aussagen, Geheimnissen und Lügen zu Tage. Wie auch Marcus glaubt man als Leserin der Wahrheit näher zu kommen, nur um immer wieder festzustellen, dass man einer falschen Fährte gefolgt ist. So spannt der Autor einen enormen Spannungsbogen und hält den Leser bei der Stange. Mir gefällt, wie die Geschichte zwischen verschiedenen Zeitebenen wechselt und man so die einzelnen Bausteine nach und nach zusammensetzen kann, bis sich zuletzt ein großes Ganzes ergibt, bei dem auch die Beziehungen zwischen Harry und Nola einerseits und Harry und Marcus andererseits beleuchtet und hinterfragt werden. Nicht zuletzt erfährt man wie Harrys Roman, dem er seine Berühmtheit verdankt, entstanden ist. Interessant finde ich auch, dass Marcus Goldman nicht nur ermittelt, sondern selbst auf der Suche nach seiner eigenen Wahrheit ist. Fazit:Die Wahrheit über den Fall Harry Quebertist mit über 700 Seiten ein recht umfangreiches Buch, das, obwohl ein Kriminalfall eine nicht unerhebliche Rolle spielt, es eher dem Genre der literarischen Erzählung angehört. Der Roman ist geschickt konstruiert und wartet mit zahlreichen Wendungen auf. Joël Dicker gelingt es durch das wohl durchdachte Pacing, strukturierte Wechsel von Spannung und Entspannung, dass der Leser emotional nicht abstumpft, immer wieder neugierig wird und Dicker damit eine enorme Spannung aufbaut. Von mir eine absolute Lese-Empfehlung!