Spannende und ungewohnt frische Geschichte zweier Völker. Leider mit schwächelnden Mittelteil und Ende
Die Kinder der Zeit beginnt sehr spannend und erzeugt früh ein starkes Interesse daran, wohin sich die Geschichte entwickeln wird. Besonders angenehm fand ich den Aufbau der Erzählung, der zwischen zwei Perspektiven wechselt: auf der einen Seite die Entwicklung der intelligenten Spinnenzivilisation und auf der anderen Seite die Geschichte der Menschen.Gerade die Darstellung der Spinnen als eigenständige, sich entwickelnde Spezies war für mich ein Highlight, da sie eine ungewöhnliche, aber sehr kreative Perspektive auf Evolution und Zivilisation bietet.Im Verlauf gab es jedoch einige Punkte, die mich irritiert haben. Zum einen erstreckt sich die Handlung über mehrere Generationen, was grundsätzlich interessant ist. Allerdings werden dabei häufig dieselben Namen wiederverwendet, was für mich eher verwirrend als hilfreich war. Der beabsichtigte Wiedererkennungswert hat sich mir nicht vollständig erschlossen.Auch die Entwicklungen auf dem Raumschiff wirkten teilweise sprunghaft. Es gab immer wieder sehr drastische Ereignisse, etwa fast vollständige Systemausfälle oder Krisen, die dann abrupt wieder in Normalität übergingen. Diese Wechsel wirkten auf mich nicht immer ausreichend erklärt oder konsequent ausgearbeitet.Der finale Konflikt, in dem die Menschen vergleichsweise schnell von den Spinnen überwältigt werden, erschien mir ebenfalls etwas zu einfach gelöst und nicht ganz auf dem Niveau der zuvor aufgebauten Komplexität.Die abschließende Wendung hingegen hat mir gut gefallen und konnte die Geschichte auf interessante Weise abrunden.Ein weiterer Punkt, der mich gestört hat, war die Entwicklung der sogenannten "Superfähigkeit" der Spinnen, Informationen über Erbanlagen direkt weiterzugeben. Das wirkte für mich etwas aus dem Kontext herausgelöst, da das Buch sich sonst eher an realistischen wissenschaftlichen Grundlagen orientiert. Diese Idee hat für mich nicht vollständig in das zuvor etablierte Setting gepasst.Insgesamt bleibt ein sehr kreatives und stellenweise starkes Science-Fiction-Werk mit spannenden Ideen, aber auch einigen konzeptionellen Brüchen.