Ein toller Abschlussband, auch wenn es nicht mein liebstes Buch der Reihe ist.
Worum geht es?:Graham und ich waren nicht füreinander bestimmt. Und doch hatten wir zusammen unsere höchsten Höhen erreicht und waren zusammen in die tiefsten Tiefen hinabgestürzt. Seine Luft war zu meinem Atem geworden, sein Boden war meine Erde. Die Flammen seines Herzens waren mein Feuer und seine Tränen mein Wasser. Sein Geist wurde zu meiner Seele. Und dennoch war nun der Moment gekommen, Abschied zu nehmen. Das Cover:Das Cover ist wieder einmal großartig gelungen. Wie alle Bücher der Reihe ist auch dieses ein echtes Schmuckstück im Bücherregal. Der Farbschnitt ist wunderschön und harmoniert perfekt mit dem restlichen Design. Insgesamt wirkt das Buch sehr hochwertig und ästhetisch - ein echter Hingucker.Der Schreibstil: Der Roman wird in der Ich-Perspektive erzählt und wechselt zwischen Lucy und Graham, was einen tiefen Einblick in die Gedanken und Gefühle beider Figuren ermöglicht. Die Kapitel haben eine perfekte Länge - meist weniger als zehn Seiten - sodass man mühelos durch die Geschichte fliegt. Der Schreibstil ist sehr gefühlvoll, atmosphärisch und leicht zu lesen. Der Plottwist am Ende war für mich leider nicht besonders gelungen, da es im Verlauf der Handlung bereits viele Hinweise gab. Dennoch habe ich die Geschichte gebannt verfolgt und wollte unbedingt wissen, wie es mit Lucy und Graham weitergeht.Die Hauptfiguren:Lucy ist in unkonventionellen Verhältnissen aufgewachsen. Ihr Vater starb früh, und ihre Mutter war ein lebensfroher Wirbelwind, der nie wirklich erwachsen wurde. Während Lucy diese Art inspirierte, hat sie ihre ältere Schwester Lyric eher abgeschreckt. Nach dem Tod der Mutter versucht Lucy verzweifelt, das Band zwischen sich, Lyric und Mari zu bewahren, doch Lyric entfernt sich schnell. Als Lucy erfährt, dass sie Tante ist, kümmert sie sich liebevoll um Talon und entwickelt dabei Gefühle für Graham. Manchmal war Lucy mir persönlich etwas zu viel - zu esoterisch, zu intensiv, zu sehr "alles oder nichts". Dennoch mochte ich ihre Wärme und ihre Fähigkeit, selbst jemanden wie Graham, der anfangs wie ein Eisklotz wirkt, langsam aufzutauen. Graham ist in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen. Sein Vater war gewalttätig, und seine Mutter hat ihn verlassen. Dadurch hat er früh gelernt, niemandem zu vertrauen. Seine Ehe mit Lyric - oder Jane - war eher eine Zweckgemeinschaft ohne Liebe. Als sie schwanger wird, bricht für ihn zunächst eine Welt zusammen, denn er wollte nie Kinder haben. Doch Talon schleicht sich langsam in sein Herz, und auch Lucy beginnt, seine Mauern zu durchbrechen. Die Frage bleibt: Kann jemand wie Graham lernen zu vertrauen, wenn er so oft enttäuscht wurde?Endfazit: "Wie die Erde um die Sonne" ist ein toller Abschlussband einer großartigen Reihe. Brittainy Cherry hat erneut eine sehr gefühlvolle Geschichte geschaffen, die das Herz erwärmt. Besonders für Leserinnen und Leser, die weniger Drama und Herzschmerz bevorzugen, ist dieses Buch bestens geeignet. Der Plot zum Ende war für mich nicht ideal umgesetzt, und Grahams kalte Art hat es mir anfangs schwer gemacht, ihn ins Herz zu schließen. Doch letztlich ist es eine wunderschöne Geschichte mit starken Botschaften über Vertrauen, Familie und Heilung.Das Buch erhält von mir sehr gute 4 von 5 Sternen.