Gut recherchierter & spannender Thriller; aktuelle und brisante, wenn auch nicht so präsent wie andere weltweite Krisen
Eine für mich völlig überzeugende Kombination aus spannendem Thriller und gut recherchierter Hintergrundstory, die die Machenschaften der internationalen Fischfang-Mafia, der Macht der Konsumenten, der begrenzten Reichweite der offiziellen Institutionen (hier der EU) und der undurchsichtigen Vielfalt der NGOs i.w.S. zum Thema macht. Fleischhauer versteht es, dieses komplizierte Thema vielschichtig und spannend zu erzählen und die Balance zu halten: Es wird nicht so verwirrend und geht nicht so sehr in die Tiefe, dass man das Interesse verliert und ordnet die Ernsthaftigkeit der Thematik aber nicht an Ansprüchen an einen Thriller, also Spannung und Action unter. Auch wenn die Rollen "gut und böse" auf den ersten Blick klar definiert sind, zeigen sich an mehreren Stellen Graustufen, die das Dilemma verdeutlichen, dass der Kollaps des Ökosystems Meer anfacht. Zum Inhalt: Eine junge Biologin, die zur Beobachtung auf einem fischverarbeitenden Schiff eingesetzt wird, wird von der Besatzung als vermisst gemeldet. Ihr Lebensgefährte, der für die EU arbeVater, forscht ihrer Arbeit der letzten Wochen nach. Ein Vater der als Anwalt für dubiose Akteure des internationalen Fischfanggeschäfts arbeitet, engagiert den Ex-Freund seiner Tochter, einen Dolmetscher, um sie ausfindig zu machen. Mutmaßlich ist sie in öko-terroristische Anschläge verwickelt. Gibt es zwischen beiden Fällen einen Zusammenhang?Nach der äußerst kurzweiligen Lektüre verzichtet man lieber auf Fisch, soviel steht fest.