Mir viel zu kitschig...
Arthur verbringt die Ferien über in New York, wo er in einer Anwaltskanzlei ein Praktikum absolviert. Ben muss die Ferien dagegen in der Sommerschule verbringen, mit seinem Ex-Freund. Beide begegnen sich zufällig in einem Paketshop und irgendwas blüht zwischen ihnen auf - etwas, dem sie gemeinsam auf den Grund gehen wollen. Eine Frage bleibt jedoch - "Was ist mit uns" - da Arthur zum Ende der Sommerferien wieder zurück nach Hause gehen wird..."Was ist mit uns", geschrieben von Becky Albertalli & Adam Silvera, ist angenehm zu lesen. Der Schreibstil ist flüssig, Gedanken und Emotionen werden gut rübergebracht und man erhält einen großartigen Einblick in das Innere der Charaktere.Unsere Hauptcharaktere sind Arthur und Ben, beide waren mir leider den Großteil des Buchs nicht gerade sympathisch. Sie sind definitiv Charaktere mit Ecken und Kanten, mit Sorgen und Zukunftsängsten, mit einer Vergangenheit und auch einer Zukunft - und gegen Ende hin, konnte ich mit ihnen auch gut klarkommen. Das macht den Großteil des Buchs leider nicht wett und es war für mich stellenweise extrem anstrengend weiterzulesen. Ein großer Grund dafür ist für mich, der - meiner Meinung nach - extreme Kitsch, der stets in der Luft liegt. Das ist selbstverständlich sehr subjektiv, aber für mich war es oftmals einfach sehr übertrieben. Zukunftsvorstellungen, direkte Gedanken über ein gemeinsames Leben, wie perfekt alles war und an ein Musical oder sondergleichen erinnert - mir war es definitiv zu viel.Die Romanze war mir persönlich auch etwas zu... schnell? Man kann natürlich argumentieren, dass dies unter dem Zeitdruck geschah, dass Arthur am Ende der Sommerferien wieder nach Hause fuhr, aber das macht es für mich nicht unbedingt besser. Die Dates waren gut beschrieben, der erste Kuss war süß - aber irgendwie liest es sich mit der Zeit so, als wären nicht wenige Tage/Wochen vergangen, sondern wesentlich mehr Zeit.Ansonsten gibt es im Buch Drama, dass sich für mich einfach völlig unnötig angefühlt hat. Ben ist mit seinem Ex-Freund in der Sommerschule...Für mich ergibt sich da kein Grund für einen großen Streit.Arthurs Freunde (Jessy & Ethan) führen eine Beziehung und haben das ein paar Monate geheim gehalten.Auch wenn Arthur gerade den Streit mit Ben hatte... mir ergibt sich auch HIER absolut nicht, warum das so aufgebauscht werden musste. ...Das hat sich für mich recht gezwungen angefühlt und zu genervten Seufzern meinerseits geführt.Allerdingsmuss man vermutlich sagen, dass dies dem Alter der Charaktere geschuldet ist, da diese im Abschlussjahr sind, also schätze ich sie mal 16/17 Jahre alt. (Genervt hat es mich dennoch.)Pluspunkte für mich sind, die gesunde Trennung der beiden und wie die Freundschaften aufgearbeitet wurden - das geschieht zwar erst relativ spät, aber ist schön zu lesen.Am Ende muss ich wohl einfach zugeben, dass das Genre nicht für mich gedacht ist und ich jüngere Charaktere einfach nicht mehr "fühle" in dem, wie sie sich benehmen.