Originell und überraschend anders: Violetta Morgenstern mordet mit Stil und macht die Welt damit ein Stückchen besser.
INHALTVioletta Morgenstern genießt mit neunundfünfzig Jahren ihre Frühpension: Sie kocht, backt, löst Rätsel und hin und wieder mordet sie auf kreative Art und Weise. Natürlich nur, um Gerechtigkeit walten zu lassen, wo das Gesetz versagt, und um die Welt ein kleines Stück besser zu machen. Als sie dabei erwischt wird, bleibt ihr nur eine Option, um einem Gefängnisaufenthalt zu entgehen: Sie wird zur Auftragsmörderin für eine geheime Regierungsbehörde. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Miguel, einem ehemaligen Söldner, nutzt sie ihre Erfahrungen als ehemalige Lehrerin und ihre Kenntnis von Pflanzengiften, um die Aufträge auszuführen. Doch bei der Recherche zu einer ungelösten Serie von Auftragsmorden stößts sie auf Ungereimtheiten und Violetta muss sich mitunter auch den Geistern ihrer eigenen Vergangenheit stellen.MEINUNGIch war ehrlich gesagt sehr positiv überrascht von der erfrischend anderen Protagonistin - Violetta Morgenstern ist einfach alles andere als eine klassische Mörderin. Ihre Methoden, Probleme zu lösen und ihre Aufträge zu erfüllen, sind zumeist irrwitzig, absurd und absolut unterhaltsam. Als Österreicherin bin ich jedoch immer wieder über Begriffe aus dem Schweizerdeutsch gestolpert: So war ich beispielsweise verwundert, dass in der Schweiz ein Auto "parkiert" und nicht "geparkt" wird und was genau ein "Gütterchen" ist, konnte ich mir zwar im inhaltlichen Zusammenhang zusammenreimen, fand aber auch nach Internetrecherche keine tatsächlich brauchbare Übersetzung dafür. Doch diese kleine sprachliche Hürde tat dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Was mich hingegen sehr wohl gestört hat, war das teilweise irrationale Verhalten der Protagonistin. Violetta agiert im Normalfall wohlüberlegt, geplant und präzise, in ein paar Situationen äußert sie aber impulsiv haltlosen Anschuldigungen und platzt unreflektiert und ohne Berücksichtigung möglicher Konsequenzen mit ihren Gedanken heraus. Diese Momente wirkten für mich nicht stimmig und brachen mit dem sonst so sorgfältig gezeichneten Charakter.FAZIT"Frau Morgenstern und das Böse" ist ein überraschender, spannender und schwarzhumoriger Auftakt zur Reihe rund um die mordende Frühpensionistin. Krimifans wie auch Liebhaber*innen von sarkastischem, leicht angedunkeltem Humor kommen hier voll auf ihre Kosten und werden Violetta Morgenstern schnell ins Herz schließen. Zum Glück gibt es bereits sechs weitere Romane mit der "Lila Lady", die Lust auf mehr machen.