Unterhaltsam, aber stellenweise mit Tiefe
"...Ja, meine Freundin mag ihren Kaffee nicht schwarz und Martin Luther mag keinen Lärm am Morgen. Gut, ich mag weder Kaffee noch Lärm am Morgen, aber mich fragt ja keiner. Der Einzige, den das alles überhaupt nicht stört? Jesus..."So beschreibt Jonas sein neues Leben, das mit einigen Überraschungen aufwartet, seit Jesus und Martin Luther bei ihm eingezogen sind.Der Autor, der von Beruf Pastor ist, hat einen humorvollen Roman geschrieben. Es ist der dritte Teil der Reihe. Man muss aber die Vorgänger nicht kennen, um der Handlung folgen zu können.Während Martin an einer neuen Bibelübersatzung arbeitet, soll Jesus ein modernes Evangelium schreiben. Beides kommt nicht richtig voran. Dafür legt sich Martin mit allen und jeden an, der was zusagen hat. Das bringt negative Folgen mit sich.Es gibt viele amüsante Szenen im Buch. Wichtig aber finde ich die Fragen zum Glauben, die an verschiedenen Stellen diskutiert werden. Hier hätte ich mir noch ein paar mehr gewünscht."...Es geht mir und meinem Vater darum, dass möglichst jeder Mensch voll und ganz Frieden in sich hat..."Ob der Autor die beiden Protagonisten in jedem Fall richtig charakterisiert hat, sei dahingestellt. Wesentliche Seiten aber hat er erfasst. So wirkt Jesus sehr empathisch und das zeigt sich um Umgang mit den unterschiedlichen Gruppen der Gesellschaft, selbst bei mit auf Krawall gebürsteten Jugendlichen.Martin dagegen lebt sein cholerisches Temperament aus. Seine Followeranzahl würde manchen Influencer den Neid ins Gesicht treiben.Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Man sollte es mit einem Augenzwinkern lesen und trotzdem den Blick auf die Botschaften gelenkt lassen, die zum Nachdenken anregen.