Survival gone wrong, mit gewöhningsbedürftigem und ausbaufähigem Spannungsbogen, wird zum Ende antiklimatisch.
Nicht meins.
Die Protagonistin Maddy wurde von ihren Eltern sehr isoliert und überbehütet aufgezogen und konnte so auch in ihrem Erwachsenenleben nie Anschluss finden. Nach deren Tod will sie eine Veränderung erzwingen und nimmt an einem sozialen Experiment teil. Sie muss ein Jahr mit einer kleinen Gruppe auf einer einsamen Insel überleben, alles gefilmt von statischen Kameras und Bodycams. Auf der Insel wird sie schnell zur Außenseiterin, wird kritisiert, belogen, diffamiert und schlussendlich von der Gruppe ausgeschlossen und verfolgt. Wie wird sie nun alleine überleben, warum hilft das Kamerateam nicht und wann werden sie endlich abgeholt? Die Autorin nutzt ein interessantes, wenn auch altbekanntes, Konzept. In diesem Werk wird das Rad nicht neu erfunden, klassische Gruppendynamik trifft auf schlecht sozialisierten Einzelgänger. Inhaltlich baut das Buch die Geschichte sehr langsam und behutsam auf, man lernt die Charaktere kennen und beginnt diese einzuschätzen. Gleichzeitig bringt die Autorin mit kurzen Zwischenblenden zu Maddy nach ihrer Rückkehr von der Insel etwas Abwechslung in den sanften Aufbau und weckt die Neugierde des Lesers auf die Dinge, die noch folgen sollen.Hier beginnen jedoch die Probleme, denn der Spannungsbogen ist durch den Ablauf der Handlung sehr flach gehalten, wahre Spannung kommt kaum auf. Im letzten Drittel fällt die Spannung sogar nochmal ab, die entstehenden Dramen wirken eher lethargisch als aufregend. Außerdem entfällt die von Thrillern gewohnte Beschleunigung der Handlung zum Ende hin und "gipfelt" in einem Ende, das völlig antiklimatisch einfach so passiert. Es fühlt sich beim Lesen an, als hatte die Autorin keine genaue Vorstellung und Planung zu ihrem Ende gehabt und wollte das Werk einfach nur noch abschließen.Bei aller Kritik und Negativität ist es dennoch nicht der schlechteste Debutroman auf dem Markt, jedoch bin ich kein Fan geworden, wer es nicht liest hat nichts verpasst.