Leider blieb vieles zu oberflächlich und emotional ziemlich distanziert.
2,5/5 ¿¿Ich muss sagen, Bastian Schweinsteiger ist für mich einer der Hauptgründe, warum ich überhaupt Fußballfan geworden bin. Ich habe früher mit meinem Dad die Spiele der Nationalmannschaft geschaut und war schon als Kind total Fan von ihm.Ich war am Anfang ehrlich gesagt etwas skeptisch, weil das Buch keine klassische Biografie ist. Trotzdem fand ich den Einstieg eigentlich ziemlich gelungen. Das Buch beginnt in seiner Kindheit. Geschrieben ist alles eher kompakt, mit kurzen Abschnitten und vielen Zeitsprüngen. Anfangs mochte ich das sogar, weil man dadurch schnell durch die Seiten kommt. Mit der Zeit wurde genau dieser Stil aber zum Problem für mich.Vor allem bei seinen größten Karrieremomenten wie der WM oder den Erfolgen mit Bayern München hatte ich oft das Gefühl, dass sie nur sehr knapp und oberflächlich behandelt werden. Es wirkt eher wie ein reines Abhaken von Stationen als eine echte biografische Erzählung.Was mir dabei am meisten gefehlt hat, war seine persönliche Perspektive. Gefühle, Gedanken oder tiefere Einblicke kommen kaum vor. Dadurch bleibt vieles distanziert und hat sich für mich eher wie ein gut geschriebener Artikel angefühlt.Das einzige Thema, das etwas mehr Raum bekommt, neben seinen Liebesbeziehungen, sind seine Verletzungen, aber auch hier bleibt es oberflächig.Selbst sehr emotionale Momente wie sein Abschied bei Bayern bestehen meist nur aus bekannten Aussagen, die man schon kennt, wenn man es gesehen hat. Darüber hinaus gibt es keine wirklichen Einblicke.Dazu kamen immer wieder Abschnitte über Anna Ivanovic, die für mich einfach nicht reingepasst haben. Ich verstehe den Gedanken dahinter, aber ich wollte mehr über ihn erfahren. Diese Einblicke in ihre Geschichte haben mich ehrlich gesagt null gecatcht und ich fand sie jedes Mal etwas störend.Fazit: Es gab kurze Momente, in denen man das Gefühl hatte, wirklich nah dran zu sein. Die waren aber sehr selten. Wer wirklich Fan ist, kann es lesen, muss aber nicht.