Ein atmosphärischer Abschluss mit Licht und Schatten...
Nachdem mich der Auftakt der "Silver & Poison"-Reihe neugierig zurückgelassen hatte, war ich sehr gespannt auf das Finale der Dilogie. Anne Lück entführt uns auch in "Die Essenz der Erinnerung" wieder in ein atmosphärisches, magisches New York, das vor allem durch sein originelles Magiesystem besticht. Die Magiewelt und die Vorstellung, Emotionen in Flakons zu binden, ist für mich nach wie vor das absolute Highlight der Geschichte und hat mich auch in diesem Band wieder fasziniert.Dennoch muss ich gestehen, dass mich der Abschluss nicht auf ganzer Linie abholen konnte, weshalb ich schlussendlich bei 3 Sternen lande. Ein wesentlicher Punkt war für mich die Protagonistin Avery. Leider ist der Funke bei ihr bis zum Schluss nicht richtig übergesprungen. Ich fand sie als Charakter etwas unnahbar und konnte viele ihrer Entscheidungen nicht ganz nachvollziehen, was es mir schwergemacht hat, beim großen Finale wirklich mit ihr mitzufiebern. Auch ihre Entwicklung war für mich als Leserin leider nicht greifbar. Plötzlich konnte sie ihre Kräfte beherrschen....Zudem hatte die Story im Mittelteil mit einigen Längen zu kämpfen. Während der Einstieg noch sehr vielversprechend war, verlor die Handlung zwischendurch spürbar an Fahrt und die Spannung ließ nach, bevor es zum Showdown hin wieder anzog. Hier hätte ich mir ein etwas strafferes Pacing gewünscht, um den Lesefluss beizubehalten.Alles in allem ist es ein solider Abschluss einer interessanten Urban-Fantasy-Reihe mit einem tollen Setting. Wer über eine etwas blasse Hauptfigur und ein paar Durststrecken hinwegsehen kann, findet hier ein schönes Finale mit einer sehr besonderen Grundidee.