Die Bourne-Identität und Der Staatsfeind Nr.1 lassen grüßen
Die US-Geheimdienste und der Social-Media-Mogul Cy Baxter möchten FUSION, ein gemeinsames Projekt, testen und haben zehn Menschen dafür ausgewählt: Wer es schafft 30 Tage unterzutauchen und nicht gefunden zu werden, dem winken 3 Millionen Dollar.Die Idee ist gut, aber bei der Umsetzung zeigen sich große Lücken. Das fängt mit der Auswahl der Tester an: zur Hälfte Normalbürger und zur Hälfte Experten, die es gewöhnt sind, ihre digitalen Spuren zu minimieren. Mehr wird nicht verraten. Ansonsten treten die einzelnen ZEROs von 1 bis 10 nur dann in Erscheinung, wenn sie kurz davor sind, erwischt zu werden. Komisch, dass Zero 3 nie erwähnt wird.Wie die Leute entdeckt werden, ist ein Querschnitt durch das Wissen, was der Normalbürger an digitalen Spuren freiwillig oder unfreiwillig hinterlässt. Da McCarten mit seinen technischen Erklärungen an der Oberfläche bleibt, ist es leicht nachvollziehbar. Aber an manchen Stellen wünscht man sich mehr Tiefgang.Zero 10 kann am längsten durchhaltenund es wundert nicht nur den Leser. Der Twist ist am Ende der Phase 1, wenn der Hintergrund von Zero 10 aufgedeckt wird und ihre Ambitionen, am Projekt teilzunehmen.Der Grund für die Teilnahme ist etwas weit hergeholt und der "Verräter" in den Augen des Social-Media-Moguls tritt erst dann richtig auf. Die Nebencharakter - mal abgesehen von den Zeros - sind nicht gut gezeichnet bzw. die Weiterführung der Handlung schludrig und nicht konsequent durchgezogen. Der Schwung vom Anfang ist weg. Auch das Ende - wenn auch offen - lässt zu viele Fäden lose. Das merkt man auch an den Kapitelüberschriften. Bis einschließlich Phase 2 wurde immer die verbleibende Zeit als Einteilung genannt, plötzlich kommen "Die Zukunft, Teil 1" und die "Die Zukunft Teil2". Schade eigentlich, dass das Ende zu unausgegoren ist. Lieber die Bourne-Reihe nochmals schauen.