komm mit und spaziere gemeinsam mit Ally durchs weihnachtliche Manhattan
Als ich Christmas at Tiffany's begonnen habe, war ich sofort in dieser eleganten, leicht glitzernden Atmosphäre rund um Tiffany's gefangen. Ally, die früher selbst zur Upper Class gehörte und Stammkundin des berühmten Schmuckhauses war, hat mir als Protagonistin direkt gefallen - gerade weil sie ihr altes Leben hinter sich lassen will. Ihr Wunsch, endlich auf eigenen Beinen zu stehen und sich nicht länger von ihrem Vater abhängig zu fühlen, macht sie für mich sehr sympathisch. Dass sie nun ausgerechnet dort arbeitet, wo sie früher eingekauft hat, hat der Geschichte von Anfang an einen besonderen Reiz gegeben.Richtig warm wurde ich mit dem Buch, als Lucien ins Spiel kam. Seine Begegnungen mit Ally fand ich einfach schön beschrieben - ruhig, süß und mit einer Natürlichkeit, die nicht aufgesetzt wirkte. Ihre Beziehung entwickelt sich angenehm langsam, was für mich perfekt zu Allys Vorgeschichte passt. Die beiden hatten eine tolle Chemie, ohne übertrieben romantisiert zu werden.Was mir außerdem gut gefallen hat, waren die Nebenfiguren. Chloe mochte ich sofort - eine echte Freundin, die Ally unterstützt, ohne sich aufzudrängen. Tristan dagegen hat bei mir von Anfang an Abneigung ausgelöst, und das sollte er ja auch. Auch wenn ich finde, dass seine Rolle und die doch recht toxische Vergangenheit mit Ally etwas ernster hätten dargestellt werden können, hatte sein Auftreten genau die nötige Spannung.Besonders hervorheben möchte ich die Atmosphäre. New York zur Weihnachtszeit - dafür bin ich immer zu haben. Die Autorin hat die Straßen, das winterliche Flair und die Stimmung so bildhaft beschrieben, dass ich mich wirklich gefühlt habe, als würde ich mit Ally durch Manhattan laufen. Allerdings steht Weihnachten nicht im Mittelpunkt, es ist eher Kulisse als Hauptthema. Mich hat das nicht gestört, aber wer einen klassischen Weihnachtsroman erwartet, sollte das wissen.Die Handlung selbst ist nicht besonders überraschend, aber das musste sie für mich auch nicht sein. Ich wollte eine warmherzige, leichte Story mit ein bisschen Drama, charmanten Figuren und einem schönen Ende - und genau das habe ich bekommen. Der Schreibstil war flüssig, angenehm zu lesen und hat mich sofort in die Geschichte gezogen.Warum "nur" vier Sterne? Ganz einfach: Einige Aspekte von Allys Vergangenheit hätten für mich etwas tiefgründiger beleuchtet werden dürfen. An ein, zwei Stellen blieb sie mir emotional etwas fern. Trotzdem hat mich der Roman richtig gut unterhalten und mir ein schönes, glitzerndes New-York-Gefühl beschert.