Wissenschaftlich packend, teils langatmig, doch mit starkem Ende. Preston-Atmosphäre pur.
Als langjährige Leserin von Douglas Preston, und jemand, der Relikt - Museum des Grauens bis heute für einen der stärksten wissenschaftlichen Thriller hält, bin ich mit hohen Erwartungen an Extinction herangegangen. Und auch wenn das Buch nicht in allen Punkten an meine Favoriten heranreicht, hat es mich insgesamt überzeugt.Das Setting erinnert zunächst stark an Jurassic Park: Ein exklusives Resort, in dem wiedererweckte Urzeittiere wie Wollhaarmammuts frei herumlaufen. Doch Preston wäre nicht Preston, wenn die Story sich darauf beschränken würde. Hinter der glänzenden Fassade von Erebus lauert ein viel düstereres Geheimnis, das spätestens nach dem grausamen Mord an einem Milliardärssohn und seiner Frau Fahrt aufnimmt.Die Mischung aus Wissenschaft, Spannung und realitätsnahen Abgründen funktioniert wieder hervorragend. Auch wenn die Figuren - besonders Agentin Cash, für mich nicht an die Präsenz anderer Preston-Held*innen heranreichen, trägt der Plot das Buch zuverlässig. Ja, der Mittelteil hat Längen und man wartet lange auf die zentrale Enthüllung, aber sobald sie kommt, zieht die Geschichte kräftig an und liefert genau diese dichte, unheimliche Atmosphäre, die ich schon aus Relikt so liebe.Das letzte Drittel ist intensiv, überraschend und wissenschaftlich faszinierend. Dazu ein starkes, stimmiges Ende und ein hochinteressantes Nachwort, das die Thematik noch einmal vertieft.Fazit: Nicht mein liebstes Preston-Buch, aber ein spannender, intelligenter Thriller mit spürbarem Preston-Feeling. Wer Relikt mochte, wird auch hier voll auf seine Kosten kommen, besonders im packenden Finale.