Witzige Geschichte über eine unerwartete Freundschaft zwischen Mensch und KI in der nahen Zukunft mit etwas fragwürdiger Botschaft
Ada ist eine Art futuristische Hermine Granger mit Minderwertigkeitskomplexen. Sie will überall Bestnoten und Lernen ist ihr Hobby. Adas Ziel zu Beginn des Buchs ist, durch einen perfekten Androiden cool und bemerkenswert zu werden. Nicht nur ihre Mitschüler oder Lehrer, sondern auch ihre Eltern sollen bemerken, wie toll sie ist. Die Entwicklung dieses Geltungsdrangs dahin, dass es Ada irgendwann nicht mehr so wichtig ist, weil sie KB trotz seiner kleinen und grossen Mängel liebgewinnt, wird meiner Meinung nach nicht klar genug nachgezeichnet. Hingegen waren mir KB und Opa sympathisch und ich fand sie authentisch. Vor allem Opa ist ein tolles Unikat mit einer Fülle an flapsigen Sprüchen aus den 80er-Jahren. Beide sind Gegensätze zur perfektionistischen Ada.Die Geschichte war spannend, obwohl mich das Ende etwas zu stark überrascht hat, im Sinne von: "Woher kommt das jetzt?" Professorin Shelley, die Antagonistin, wird bei ihrem ersten Auftreten als fies charakterisiert, sodass ich es am Ende nicht glaubhaft fand, dass sie nun doch nicht die Böse sein soll.Das Setting in der nahen Zukunft finde ich glaubhaft und ich bin gespannt, wie über die Reihe der Bogen zurück in unsere heutige Zeit geschlagen werden wird.Verwirrt hat mich die Vielzahl an englischen Wörtern, die zudem nicht erläutert werden oder zu denen es keine Aussprachhilfe gibt. Inwiefern Kinder ab 10 Jahren schon mit all den englischen Vokabeln umgehen können, weiss ich nicht, aber sie können sicher bei Bedarf einen Erwachsenen fragen.Lernfaktor: Das Buch ist mir zu KI-unkritisch. Natürlich soll es unterhalten, aber da wäre noch viel Potenzial, um der Frage, inwiefern KI sinnvoll und ethisch ist, auf den Grund zu gehen. Ich finde es auch erschreckend, dass Professorin Shelley sich einfach einen neuen Sohn bauen kann, ohne, dass sie dafür Rechenschaft ablegen muss - das vermittelt meiner Meinung nach falsche Werte. Ich bin gespannt auf die weiteren zwei Bücher und darauf, ob dieser Aspekt noch mehr zum Tragen kommt.Die Sprache und die Illustrationen haben mir gefallen, ich habe oft laut gelacht, und ich empfehle es auf jeden Fall weiter, auch wenn man nicht mehr 10 Jahre alt ist!