Toller Anfang wird durch die zähe Handlung wieder ruiniert
Der Anfang ist spannend. Da taucht Freund vom Protagonisten auf, schimpft herum, ist völlig neben der Spur und bettelt den Protagonisten, ihn zu begleiten, damit er einen Artikel darüberschreiben kann. Worüber? Das will der Freund nicht erzählen, weil der Protagonist das mit seinen eigenen Augen sehen soll.Er zeigt ihm die Leiche und das bringt den Protagonisten durcheinander, und all das wird so gut erzählt. Ich war dabei, habe die Frau gesehen, den Schock erlebt und jeder Gedanke des Protagonisten war so nah, als hätte ich ihn selbst formuliert.Die Handlung wird vorangetrieben, der Spannungsbogen wird extrem, dann kommt der nächste Tag und die Ernüchterung, die darauffolgt, war zu erwarten. Der Protagonist ordnet seine Gedanken, denkt nach und der Autor macht einen Sprung weit nach hinten und zieht plötzlich die Handlung arg in die Länge. Das war es dann mit dem Spannungsbogen.Die Leiche wird entdeckt, die Leute reden, der Autor macht wieder einen Sprung in die Vergangenheit, zieht die Handlung nochmals in die Länge, und als ich aufwachte, lag mein Kindle auf dem Boden und ich war überrascht, wie schnell ich beim Lesen eingenickt bin.Immer wieder tauchen Figuren auf, die der Autor als bares Gold zu verkaufen versucht, aber die alle langweilen. Er geht ständig auf die Hintergrundgeschichten der Figuren ein, ohne diese wirklich in die Handlung einzubauen. Taucht einer auf, wird er bis auf den letzten Dezimalpunkt geschildert und ich denke mir, wieso? Wieso muss ich mir das antun? Wieso baust du das nicht verdammt nochmal einfach in die Handlung ein!Und dann die Fixierung auf die Hautfarbe. Wie der Protagonist versucht, in der Haut eines anderen immer nach einem schwarzen Vorfahren zu suchen. Die Ermittlerin hat einen Oliventon, den er nicht ganz einordnen kann und ich denke mir: Was soll's? Und wen juckts?Mir ist klar, dass in solchen Büchern die Hautfarbe eine zentrale Rolle spielt, aber mir ist es eigentlich egal. Rassismus, den will ich beim Lesen fühlen, wie die Gesellschaft auf einen Schwarzen reagiert, wie Schwarze schlechter behandelt werden als Weiße. Aber mir ist es egal, ob einer weniger Schwarz ist oder mehr Schwarz als der andere. Wieso diese Fixierung?Bis zur 100. Seite habe ich mir das alles angetan und dann wollte ich nicht mehr weiterlesen. Es macht einfach keinen Spaß mehr. Die Handlung zieht sich so weit in die Länge, das wird unerträglich.