Inhaltsangabe:Zoe Baxter ist mit Max verheiratet. Seit vielen Jahren versuchen sie ein Kind zu bekommen. Nur mit Hilfe der künstlichen Befruchtung scheint eine Schwangerschaft möglich, doch auch diese Hoffnung wird ihnen durch eine Totgeburt genommen.Max, der sich zunehmend als Samenspender fühlt, löst sich aus der Ehe und lässt Zoe in ihrer größten Not im Stich. Er findet Unterschlupf bei seinem Bruder und verfällt wieder dem Alkohol. Erst durch einen Unfall wird ihm klar, dass sein Leben so nicht weitergehen kann, und er wendet sich an die christliche Gemeinde, in der sein Bruder und die Schwägerin schon seit Jahren sind.Vanessa arbeitet als Schulpsychologin in einer Highschool und erlebt Zoes Todgeburt fast hautnah mit. Sie fühlt sich seit jeher zu Frauen hingezogen und im Laufe der Zeit hat sie sich in Zoe verliebt. Doch Zoe bemerkt erst etwas später, dass sich in Vanessa verliebt hat.Ihre Liebe wollen sie mit einem Baby krönen und die drei noch verbliebenen eingefrorenen Embryos möchte Zoe Vanessa einpflanzen lassen. Max muss allerdings seine Zustimmung dafür geben. Geschockt von der Eröffnung wendet er sich an den Pastor. Dieser sieht seine Chance auf Ruhm gekommen, denn er kämpft seit Jahren gegen die Homosexualität und hat spezielle Kontakte, die medienwirksam einen Prozess anstreben!Mein Fazit:Wow, ziemlich schwere Themen! Für uns Europäer eher nicht so, denn wir sind da schon entspannter.Aber die radikalen Christen in den USA sehen die Homosexualität teilweise als Krankheit und das ungeborene Leben ist mehr wert als die Frau, die das Kind zur Welt bringen soll. Es ist eine Welt, wo die Frauenrechte immer mehr und mehr beschnitten werden, von den Homosexuellen gar nicht mal zu reden.In dieser Geschichte erzählen Zoe, Max und Vanessa jeweils aus ihrer Perspektive und sie erklären ihre Motive für das, was dort passiert. Zoe ist die mit Abstand sympathischste Figur, aber auch Max und Vanessa kann ich nachempfinden, was sie fühlen und welche Zweifel sie plagen. Max ist im Grunde genommen nur ein Instrument der Gemeinde, seine Gefühle und seine hehren Absichten zählen nicht. Seine wirkliche Meinung interessiert die Anwälte nicht und vor Gericht wird viel schmutzige Wäsche gewaschen, was ihm nicht wirklich behagt. Er glaubt zwar an Gott und Jesus, aber er glaubt auch an die Menschlichkeit und die Liebe, die er einmal für Zoe empfand.Die Autorin hat die Ereignisse und die Stimmung in ihrem Land gut miteinander verknüpft. Ihre Figuren sind vielschichtig und mitten aus dem Leben, keine abgehobenen Persönlichkeiten, sondern Personen mit Ecken und Kanten. Ein Buch über diese Themen zu schreiben ist schon mutig angesichts der politischen Entwicklungen in ihrem Land. Dabei erhebt sie keineswegs den moralischen Zeigefinger. Die Wertung über die Ereignisse in ihrer Geschichte steht ausschließlich den Lesern zu.Ich habe es regelrecht verschlungen und kann es jedem nur empfehlen, der sich intensiver mit den Themen Homosexualität und radikale Christen beschäftigt. Für mich ist es ein fünf Sterne-Buch, das nachhaltig im Kopf bleibt.