In einer Welt, in der Vampire des Nachts durch leere Straßen streifen und der Menschheit ihr Blut und ihre Seelen rauben, herrscht Dunkelheit in jeder Faser. Die fünf Reiche liegen unter der eisernen Faust eines grausamen Herrschers, und selbst die Sterne scheinen zu verblassen. Mittendrin steht Astraea, eine junge Frau ohne klare Erinnerung an die letzten fünf Jahre ihres Lebens. Bruchstücke ihrer Vergangenheit schwirren wie glimmende Funken in der Schwärze ihrer Gedanken, bis Nyte auftaucht. Er ist ein geheimnisvoller Vampir, der sie in ihren Träumen heimsucht und dessen Schatten sie selbst bei Tageslicht nicht ganz loslässt.Der Klappentext versprach eineepische, düster-romantische Geschichte, und daswunderschön ausgestellte Hardcover mit funkelnden Stern-Akzentenin der Buchhandlung war schlicht unwiderstehlich.Doch zwischen den Seiten entglitt mir der Zauber leider immer wieder.Die Handlung wirkte teilweise überfrachtet, viele Andeutungen verliefen ins Leere oder wurden erst spät, manchmal gar nicht, aufgelöst. Gegen Ende überschlug sich alles, und der rote Faden, sofern vorhanden, verlor sich in der Dunkelheit.Astraea brauchte Zeit, um mich zu erreichen. Zu Beginn blieb sie blass und unberechenbar, fast wie eine Silhouette im Nebel.Ihre Entscheidungen wirkten oft unlogisch, ihre Persönlichkeit wenig gefestigt.Das lag sicher auf teilweise daran, dass sie keine Erinnerungen mehr hatte.Nyte dagegen trägt die Geschichte.Er ist faszinierend, geheimnisvoll und von jener Tiefe, die sofort neugierig macht.Die Nebenfiguren sind eine stille Stärke des Buches.Einige von ihnen entfalten erstaunlich viel Eigenleben und verleihen der Handlung kleine Lichtpunkte, wenn die Hauptstränge zu sehr im Schatten verschwimmen.Chloe C. Peñaranda, die in Großbritannien aufwuchs und für ihren poetischen Zugang zur Fantasy bekannt ist, schreibt bildhaft und atmosphärisch. Ihr Stil hat eine fast lyrische Qualität. Worte glitzern, Sätze fließen und erschaffen funkelnde Bilder in der Vorstellung.Anfangs zog mich diese Sprache regelrecht in den Bann, doch mit wachsender Handlung verlor ich den Anschluss. Nicht, weil der Stil an Schönheit einbüßte, sondern weil die Erzählung zu sprunghaft wirkte. Kampfszenen erschienen unübersichtlich, und ich konnte mir oft nur schwer vorstellen, wer gerade agierte oder kämpfte. Das kann natürlich auch an der Übersetzung des Buches liegen.The Stars Are Dying ist ein Buch voller Kontraste.Die Welt ist düster, brutal und von Magie durchdrungen. Zugleich bietet sie eine Portion New Adult Romantik mit einem Hauch Slow Burn und einigen leidenschaftlichen Momenten. Gestalterisch ist das Buch ein Traum. Über 600 Seiten, zwei Bonuskapitel und liebevolle Illustrationen machen es zu einem echten Schmuckstück. Inhaltlich jedoch schwankt es zwischen faszinierendem Potenzial und erzählerischer Unruhe. Trotz meiner Geduld verlor ich im Wirbel der Ereignisse immer wieder die Orientierung.Vielleicht lohnt sich Teil zwei, vielleicht aber auch nicht. So schön die Idee auch funkelt, sie verblasst zu schnell im eigenen Chaos.