Ragpicker KingNach 2 Jahren hab ich ganz schön lange gebraucht um wieder reinzukommen. Und mir fiel es auch sehr schwer das Buch jedes Mal wieder in die Hand zu nehmen. Ich musste mich leider fast zum lesen zwingen. Wenn ich erstmal dabei war, dann gings auch für ne Weile, aber so richtig gut hat es sich nicht angefühlt.Eine Zusammenfassung wäre super gewesen, aber die bekommt man ja selten in Fantasybüchern. Ein Personenregister wäre allerdings sehr hilfreich gewesen. Dann hätte man einige Charaktere schneller wieder zuordnen können. Zumal die Figuren, wie schon im ersten Teil, mal mit Vor- und kurz darauf wieder mit Nachnamen angesprochen werden. Was manchmal auch einfach keinen Sinn ergeben hat. Und ich konnte mich an die ein oder andere Nebenfigur ehrlich gesagt nicht mal wirklich erinnern. Viele bleiben einfach sehr blass. Und anstatt, dass man jetzt mehr über sie erfährt, bekommen wir neuen Figuren hinzu. Klar einige Nebenfiguren sind wichtiger als andere, aber insgesamt finde ich das in ihren Schattenjägerbüchern gelungener.Die erste Hälfte des Buches fand ich leider auch recht langatmig, zum Teil sogar langweilig. Ich war hin- und hergerissen zwischen Spannung oder wenigstens Interesse und Langeweile.In diesem Teil gab es mehr romantische Entwicklungen als im Ersten, aber dennoch nimmt die Handlung mehr Raum als die Romance ein. Aber leider hab ichs nicht so richtig gefühlt.Ich hab auch einfach keine Lust mehr auf Bälle und ellenlange Beschreibungen von Kleidern (nicht nur auf dieses Buch bezogen).Die Züge zum Judentum waren mir manchmal auch zu nah an unserer Welt. Damit kam ich gerade weniger klar. Ich habs eh nicht unbedingt so mit Religion. Mit Mythen und Legenden kann ich einfach besser umgehen.Ich empfand die Interaktionen zwischen Conor und Kel sehr wenig und so richtig hab ich die Heimlichtuerei auch nicht verstanden, zumal eine Aussprache so einiges verhindert hätte.Die Antagonistin war ehrlich gesagt sehr eindimensional.Auf den letzten 100/150 Seiten überschlagen sich dann die Ereignisse. Und da konnte ich mich dann auch richtig in die Geschichte fallen lassen. Viele Fäden laufen endlich zusammen. Wahrheiten und Identitäten kommen ans Licht. Das fand ich dann wirklich spannend. Und ich hab voll mitgefiebert. Ich habe so richtig mit gefühlt.Nur leider weiß ich nicht, ob mir das reicht. Ich hatte nach all der Wartezeit viel vergessen und musste wieder reinkommen. Ich glaube das Ende des ersten Teils fand ich auch spannend. Die Ausgangslage für den nächsten Teil ist interessant und cih mag jetzt gerade auch wieder die Figuren. Aber keiner kann mir garantieren, dass ich wenn das nächste Buch (vermutlich auch wieder nach einer langen Wartezeit) kommt, ich nicht doch wieder viel vergessen habe. Und was, wenn ich wieder das Gefühl habe, dass 500 Seiten eher dahinplätschern, nur mit gelegentlichen Höhepunkten, und ich dann erst wieder das Ende gut finde. Ich weiß einfach nicht, ob mir das reicht.