Eine humorvolle Romantasy, die ihren Schwerpunkt klar auf zweideutige Dialoge legt, anstatt auf nahbare Charaktere oder Tiefgang.
Das Buch lässt sich zwar leicht lesen, hat aber ein großes Problem: Legt man es einmal aus der Hand, besteht durchaus die Gefahr, es nicht wieder in die Hand zu nehmen. Dieses Dilemma hat mich während des gesamten Leseprozesses begleitet. Während der Handlung war mein Interesse an den Protagonisten wie auch an den Nebenfiguren gering. Selbst Ereignisse, die in einer verfeindeten Fantasywelt, wie Todesfälle, eigentlich etwas mit einem machen sollten, ließen mich hier unberührt. Stärken zeigt das Buch vor allem in seinen Dialogen. Hier liegt schließlich der Humor der Geschichte. Viele Wortwechsel sind durchaus gelungen und unterhaltsam, allerdings waren mir manche Szenen etwas zu überzogen, sodass der Witz stellenweise wie aufgesetzt wirkte. Die Entwicklung zwischen den beiden Protagonisten empfand ich hingegen als überraschend angemessen. Anders als in vielen vergleichbaren Büchern wird die Feindschaft nicht direkt ignoriert, nur um die Figuren möglichst schnell zusammenzuführen. Der Slow-Burn-Aspekt ist hier tatsächlich sehr langsam, aber für mich passte das Tempo vor allem mit Blick auf die eigentliche Feindschaft. Diese wurde mir jedoch auch deutlich zu oft betont. Nach dem dritten Hinweis, dass sie beiden Erzfeinde sind, war mir dies durchaus bewusst. Dennoch wurde der Punkt immer wieder betont, so als hätte man Angst, man könnte es sonst vergessen. Insgesamt ist das Buch eine stellenweise witzige Romantasy, die sich für zwischendurch eignet, jedoch keinen inhaltlichen oder emotionalen Tiefgang hat. Rezensionsexemplar