Zwischen moderner Großstadt, alten Mythen und düsteren Ritualen entfaltet sich eine Liebesgeschichte voller Gefahr, Magie und Entscheidungen
A Tale of Foxes and Moons verbindet japanische Mythologie mit einem modernen urbanen Setting und verwebt romantische Motive mit Fantasy- und Horrorelementen. Im Zentrum steht Aiko, Medizinstudentin in Tokio, die als Reinkarnation der Fuchsgöttin Inari lebt. Ihr Dasein ist an den Fortbestand eines Naturgeistes gebunden. Als dieser stirbt, trifft sie auf Chiaki, ihren universitären Rivalen und zugleich die Reinkarnation des Mondgottes Tsukuyomi - jenes Wesens, das in früheren Leben stets Aikos Tod herbeiführte.Der Roman wird aus Aikos Ich-Perspektive erzählt und arbeitet mit kurzen Kapiteln, was den Einstieg erleichtert. Trotz anfänglicher Hürden durch kulturell geprägte Namen und Begriffe gelingt die Orientierung schnell, da mythologische Konzepte erklärend eingebettet werden. Der bildhafte, atmosphärische Stil ist eine der großen Stärken des Textes: Besonders die Darstellung übernatürlicher Wesen und düsterer Schauplätze erzeugt eine eindringliche, stellenweise unheimliche Stimmung, die sich deutlich von klassischer Urban Fantasy abhebt.Inhaltlich bewegt sich die Geschichte zwischen Enemies-to-Lovers-Romance und schicksalhafter Tragödie. Positiv hervorzuheben ist die emotionale Intensität einzelner Passagen sowie die gelungene Einbindung japanischer Mythen und urbaner Legenden. Gleichzeitig bleiben die Figurenentwicklung und psychologische Tiefe begrenzt. Aikos Naivität und die oft wenig reflektierten Entscheidungen der Protagonist*innen schwächen die narrative Glaubwürdigkeit, ebenso wie ein Spannungsbogen, der in der Mitte spürbar nachlässt.Das Ende setzt auf emotionale Zuspitzung und überraschende Wendungen, wirkt jedoch im Zusammenspiel mit dem Epilog ambivalent. Insgesamt ist A Tale of Foxes and Moons ein atmosphärisch dichter, ideenreicher Roman, der durch Setting und Mythologie überzeugt, in der Ausarbeitung von Figuren und Konsequenzen jedoch hinter seinem Potenzial zurückbleibt.