Inhalt siehe Klappentext.
Der Name der Autorin Sita Maria Frey war mir unbekannt, mir war das Titelbild aufgefallen, eine Frau liegt am Wasser. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, denn auch wenn ein solcher Roadtrip für mich persönlich nichts wäre, liest sich das Buch mit seinen 320 Seiten doch recht flüssig. Hier wird nichts geschönt, es passiert, wie es sein soll und man spricht, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Beim Prolog hatte ich einige Startschwierigkeiten und ich muss sagen, der Epilog war merkwürdig ans letzte Kapitel drangehängt (zu viele Erklärungen, die sicher zum Verständnis nötig waren, aber deren Aufklärung auch anders hätten erfolgen können - die Erzählform fand ich komisch). Zum Inhalt nur so viel: Zwei komplett unterschiedliche Frauen prallen im wahrsten Sinne des Wortes aufeinander. Atlanta, klein, zierlich, schwanger, vom Vater immer unterdrückt und zurechtgewiesen, von der Mutter mit Abwesenheit beschenkt und Enza, groß, stämmig, langhaarig, tätowiert, früh Halbwaise geworden, hängt an ihrer Mutter und liebt ihr Rad und ihren Laden. Eine kleine Unaufmerksamkeit lässt die Wege der Frauen kreuzen, eine drängt sich der anderen auf, weil beide Antworten auf Fragen suchen. Die eine zur Vergangenheit ihres Freundes, die andere zur Vergangenheit ihres Vaters. Ein ungleiches Paar, das erst langsam eines wird, unterwegs per Motorrad, Fähre, Schiff, erlebt nicht nur Tausende von Kilometern an Abenteuern gemeinsam, sondern auch, dass es völlig normal ist, Angst zu haben, Verlust zu fürchten oder sich damit auseinander zu setzen. Jede hat ihre Eigenheiten, die jemand anderes vielleicht liebenswürdig findet. Gemeinsam ist alles einfacher, man hat jemanden zum Festhalten, Anlehnen, Ausheulen, wenn es hart auf hart kommt. Je weiter ich im Buch vorankam, umso sympathischer wurden mir Enza und Atlanta. Ich hätte in keiner Sekunde mit ihnen tauschen wollen (vielleicht hätte ich die Seife im Laden angenommen, das war es dann aber auch schon). Ich finde, die beiden haben ihren ganz anders geplanten Trip wunderbar gemeistert, sind nicht nur an Erfahrung und Größe gereift, sondern haben sich selbst, jede für sich und auch gegenseitig, besser kennengelernt. Ich hatte angenehme Lesestunden, von mir bekommt Tage wie Salzwasser 4 Sterne.