Spannende KI-Dystopie
Livias Zukunft als Krankenpflegerin wurde von einer KI berechnet, die einst die Menschheit vor dem Untergang bewahrte. Doch ganz so glücklich ist Livia über die Zuteilung nicht. Hat die KI vielleicht einen Fehler gemacht? Als eine Patientin spurlos verschwindet, beginnt Livia nachzuforschen und trifft dabei auf den mysteriösen Cassian..."Evermind - Sie kennt dich¿ stammt aus der Feder von Melissa C. Hill. Ich liebe Dystopien, doch das Genre ist mittlerweile rar gesät. Umso mehr freute ich mich auf den Roman und wurde mit kleinen Abstrichen auch nicht enttäuscht.Die Autorin entführt uns hier in eine Welt, die von einer KI-regiert wird. Eine allmächtige und im omnipräsente KI namens MAM (Multipurpose Artificial Mind), die das Leben von Livia beherrscht. Eine sympathische junge Heldin, die mit vielen anderen Menschen unter Tage lebt, denn die Erde ist laut MAM seit einer Klimakatastrophe unbewohnbar.Aber ist das wirklich wahr? Und was verschweigt MAM noch? Schon bald kommen Livia, Cassian und ihre Freunde dunklen Wahrheiten auf die Spur und beginnen sich gegen MAM aufzulehnen.Zugegeben, wohin sich die Story entwickelt, war von Anfang an klar. Dass Künstliche Intelligenz trotz aller Vorteile auch viele Gefahren in sich birgt, ist ebenfalls nichts Neues. Der Romance-Anteil hätte auch etwas kleiner ausfallen können. Und das Ende fand ich etwas zu überhastet und offen. Trotzdem fühlte ich mich meist gut unterhalten. Das Ganze bietet genug Spannung und Action, überraschende Wendungen, nette technische Spielereien wie die Sims (virtuelle Erlebniswelten) und überhaupt ein interessantes Worldbuilding in einer unterirdischen City. Insgesamt kann ich daher "Evermind - Sie kennt dich¿ allen Dystopiefans trotz kleiner Abstriche empfehlen und vergebe gute 4 Sterne.