Enthält im unteren Teil gekennzeichnete SpoilerPuuuuh, wo fange ich an? Tatsächlich hat mich schon lange kein Buch mehr so beschäftigt, dass ich das Bedürfnis hatte eine Rezension zu schreiben - also schonmal ein Punkt für das Buch, oder?Brimstone fängt da an, wo Quicksilver aufgehört hat, weshalb es empfohlen wurde, den ersten Teil nochmal zu lesen. Das haben mein Siebhirn und ich getan. Hätten wir es gebraucht? Unser Ego sagt nein. Die Realität sieht wahrscheinlich anders aus. Tatsächlich hatte ich super viele Sachen wieder vergessen und es war gut, dass ich den ersten Teil nochmal gelesen habe. Leider fallen dadurch die Schwächen des zweiten Teils nur noch mehr auf.Im ersten Teil gab es einen klaren Handlungsstrang, den ich im zweiten Teil leider sehr vermisst habe. Nach über 800 Seiten kann ich euch nicht sagen, worum es sich in diesem Buch dreht! Es passiert super viel an bekannten und neuen Orten, allerdings fügen sich diese Einzelgeschichten nicht zu einem roten Faden zusammen. Aber ich war trotzdem nicht gelangweilt und das überrascht mich extrem! Leider merkt man aber auch, dass selbst die Autorin etwas verwirrt war - so kommt es vor, dass Charaktere plötzlich an zwei Orten gleichzeitig sind oder Dinge geschehen, die einfach hingenommen werden müssen, weil es keine Erklärung dafür gibt.Dagegen ist der Schreibstil der Autorin angenehm und lässt einen die Seiten einfach nur einatmen, auch wenn ich vor allem bei den spicy Szenen oft die Stirn runzeln musste, weil es einfach abgedreht romantisch wurde...Wir bekommen nun auch Kapitel aus der Sicht von Fisher, was teilweise ganz erfrischend war, die Geschichte allerdings auch etwas gesplittet hat. Auch konnte man am Schreibstil nicht immer erkennen, welcher Sicht man nun folgt und sowas finde ich immer super schade! Für mich sollte es schon einen Unterschied zwischen einer 26-jährigen Fae-Vampirin und einem 1800 Jahre alten Fae geben.Was mich zu den Charakteren bringt! Saeris und Fisher haben sich ja nun endlich zueinander bekannt und ich muss sagen, dass ich mir wünsche, sie hätten es nicht getan! So oft, wie in diesem Buch die Wörter "Seelengefährte" oder "Seelengefährtin" aufkommen, könnte man schon ein Trinkspiel daraus machen und wäre nach einem Kapitel voll. Wo im ersten Teil noch Feuer und Kampf zwischen den beiden herrschte, gibt es im zweiten Teil nur Liebe und Verständnis - und natürlich eine Menge Sex! Die beiden sind einfach nur scharf aufeinander, und gestehen sich ihre Liebe mit langen, kitschigen Monologen, während sie dem Beischlaf fröhnen. Einfach mal Reden? Nope. Die Beziehung macht in dieser Hinsicht keine Entwicklung und das fand ich super schade, denn ich mochte die Wortgefechte im ersten Teil. Ich mochte, dass die beiden stark sind und ihren eigenen Kopf haben. Aber hier? Bedingungslose Liebe und wieder dieser "Ich würde mein Leben für dich geben"-Mist. Wenn man sowas mag, dann ist dieses Buch definitiv eine Empfehlung, aber mir unemotionalen Nudel war das too much.Dafür lebt dieses Buch von den Nebencharakteren! Besonders Tal und Carrion nehmen Raum ein und tragen die Geschichte voran - auch wenn man nicht weiß wohin.Was hat mich nun so zum Nachdenken gebracht, dass ich eine Rezension schreiben musste?Die Autorin hat es sich an vielen Stellen einfach zu leicht gemacht und sich dabei in ihrer eigenen Logik verhaspelt. Viele Probleme, denen Saeris gegenüber stand, lösen sich von selbst, ohne, dass sie etwas tun muss. Dadurch werden viele Sachen, die vorher noch großen Raum eingenommen haben mit einem Schlag nichtig. Der Erzählstil folgt Saeris und Fisher, man weiß also, was sie wissen und doch gibt es Szenen, in denen man Saeris folgt, diese einen Plan erklärt bekommt mit den Worten "Er erzählte mir den Plan" und das wars!! Man erfährt den Plan nicht und das passiert nicht nur einmal oder zweimal - nein! Dreimal!! Daraufhin geht Saeris an Orte, die für sie komplett logisch sind, man als Leser*in allerdings absolut planlos ist, weil einem der tolle Plan nicht erzählt wurde. Ebenso führt sie Gespräche mit Fisher, denen man nur schwer folgen kann, weil man nicht deren Hintergrundinfos hat. Also entweder die Autorin wusste selbst noch nicht, wohin sie will oder es ist ein echt schlechter Teaser für Band 3.Im Großen und Ganzen war das Buch okay, es war angenehm zu lesen und teilweise wirklich spannend, auch wenn man sich Vieles auch einfach hätte sparen können.Was mich aber am meisten aufregt -Vorsicht! Spoiler!321Khydan Graystar Finvarra?! Ernsthaft?! Sie haut einfach den wahren Namen ihres Seelengefährten raus und nimmt diesem Namen gleichzeitig die Macht, mit einer Magie, die sie selbst nicht checkt. Einfach mal so, das intimste Geheimnis der Welt, der ganzen Welt verraten.Ich musste mich ja schon an Kingfisher gewöhnen, jetzt mag ich den Namen und da bekommt er einen neuen. Und ich bitte euch - Khy? KHY?? Hört sich der Kerl nach einem Khy an! I doubt it! Und was soll dieser Halbgötter-Quatsch am Ende?! Sein Vater war doch ein Fae, er erzählt doch auch von ihm! Oder war das nur sein Ziehvater? Die Autorin macht mich fertig ...