Dieser historische Roman von Günter Thömmes beschäftigt sich mit Fanny Leicht, die Ende des 19. Jahrhunderts, nach dem frühen Tod ihres Bruder, heimlich das Brauhandwerk bei ihrem Vater Carl Johann Widmaier erlernt. Allerdings muss Fanny, um die Konzession zu behalten, einen Braumeister heiraten. In Robert Leicht findet sie einen fortschrittlichen Ehemann und Geschäftspartner. Dennoch kommt Fanny nicht gegen die gesellschaftlichen Konventionen an. So werden Robert zahlreiche Ehrungen wie Kommerzienrat zuteil, während Fanny mehrmals leer ausgeht. Sie darf zwar mildtätig sein, aber gewürdigt wird sie erst nach ihrem Tod als man die von ihr gestiftet Mädchenoberschule nach ihr benennt. Das Fanny-Leicht-Gymnasium in Vaihingen besteht heute noch.
Bevor wir uns Fanny widmen können, entführt uns der Autor zwei Generationen zuvor in die Familiengeschichten der Leichts und Widmaiers. Diese durchaus spannende Reise ist notwendig, um die gesellschaftlichen und familiären Hintergrund zu verstehen, der auch die eine oder andere Widrigkeit mit Verwandten mit sich bringt.
Ich bin ja ein Fan von historischen Romanen, die sich mit beinahe fast vergessenen starken Frauen beschäftigen. Ich trinke zwar kein Bier, doch der eine oder ander Name einer Brauerei ist mir geläufig. Als Wienerin kenne ich natürlich die Schwechater Brauerei, die von Franz Anton Dreher, der 1760 ein kleines Brauhaus nahe Wien pachtet, gegründet worden ist. Seine Nachkommen werden die Brauerei weiter ausbauen, bis die 130-jährige Familientradition mit dem Tod von Anton Eugen Dreher (1871-1925) erlischt. Die Schwechater Brauerei firmiert heute gemeinsam mit anderen Brauereien als Brau-Union unter einem Dach.
Was ich nachlesen möchte, wann den Frauen das Bier brauen untersagt worden ist. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde im Mittelalter bis zur Neuzeit in bäuerlichen (?) Haushalten Bier gebraut. Vermutlich nur zum Eigengebrauch und mit geringem Alkoholgehalt.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Ausflug in die Kunst des Bierbrauens 5 Sterne.