Hommage an die Booklover von Austen und Dickens
Lexi Austen ist in Nöten: Der Konkurrent von nebenan stürzt ihre Buchhandlung, die sie von ihrer Großmutter geerbt hat, in finanzielle Schieflage. Nach dem Beispiel ihrer Namensvetterin Jane Austen fasst sie den Plan, ihren Konkurrenten Sam Dickens zu umgarnen und dann auszustechen. Ist ja für sie kein Problem, denn schließlich liegt ihr absolut gar nichts an dem smarten Buchhändler. Also so überhaupt gar nichts.Lexi Austen und Sam Dickens - der Roman spielt wunderbar mit den literarischen Vorlagen. So heißt Lexis Buchhandlung passenderweise "Pemberley Books", während Sam Dickens seinen "Great Expectations" nennt. Wirklich köstlich!Nebenbei bedienst sich die Story auch noch der immerschönen Idee des Film-Klassikers "Email für dich" und der daraus resultierenden Konkurrenzsituation. Die Charaktere sind nicht wirklich überraschend, aber sehr liebenswert geschildert. Allerdings verhindern der seltsam distanzierte Schreibstil und die Erzählperspektive, dass man sich wirklich emotional mit ihnen verbindet, sie erscheinen eher wie interessante Anschauungsobjekte.Was mich viel mehr begeisterte, war der besondere Charme durch die Spannung, dass einerseits die beiden Buchhandlungen in Washington D.C., andererseits Lexi lange Jahre in London gelebt hat. Dieses Spannungsfeld wird im Roman reizvoll umgesetzt. Das fängt schon an beim witzigen Vergleich, dass die Fußgängerampel in London grün, in Washington natürlich aber weiß wird. Überhaupt ist Capitol Hill absolut treffend beschrieben, unter anderem auch die "sumpfige Sommerhitze, die ganz D.C. jedes Jahr zum Schwitzen bringt" und die ich schon am eigenen Leib erlebt habe. Der Handlungsort war jederzeit zu spüren und viel mehr als eine reine Kulisse und machte die Geschichte damit wunderbar lebendig.