"Der Tower" war mein erstes Buch von Ivar Leon Menger und definitiv nicht mein letztes. Ich liebe Locked-Room-Thriller, und genau das habe ich hier auch bekommen. Ein Setting, das sich immer enger anfühlt, je weiter man liest, und eine Atmosphäre, die einen richtig packt.Was mich von Anfang an überzeugt hat, war der Schreibstil. Sehr flüssig, angenehm zu lesen und durch die kurzen Kapitel entsteht ein echter Lesesog und ich wollte ständig wissen, wie es weitergeht. Die Spannung bleibt dabei wirklich durchgehend hoch, es gibt kaum Längen. Besonders stark fand ich die Stimmung im Tower selbst. Dieses hochmoderne, von KI gesteuerte Gebäude, das gleichzeitig faszinierend und total beklemmend wirkt. Auch die Figuren haben für mich gut funktioniert. Es gibt viele Charaktere, die alle auf ihre eigene Art geheimnisvoll und irgendwie zwielichtig wirken, sodass man ständig am Rätseln ist, wem man eigentlich trauen kann. Das hat für mich einen großen Teil der Spannung ausgemacht. Nova war vielleicht nicht immer perfekt oder super rational in ihren Entscheidungen, aber das hat mich persönlich gar nicht so gestört, im Gegenteil, es hat sie irgendwie greifbarer gemacht.Die Grundidee rund um KI und Überwachung ist dazu noch richtig aktuell und wurde spannend umgesetzt. Gerade dieses Zusammenspiel aus moderner Technik und psychologischer Bedrohung fand ich extrem gelungen.Beim Ende kann ich verstehen, warum es polarisiert. Es ist nicht das klassische, komplett aufgelöste Finale, das alle Fragen bis ins Detail beantwortet. Aber mich hat genau das gar nicht so gestört, ich mochte diesen etwas offenen, leicht unruhigen Abschluss sogar, weil er irgendwie zur gesamten Stimmung des Buches passt.Insgesamt war "Der Tower" für mich ein richtig starker, atmosphärischer Thriller mit viel Spannung und einem Setting, das im Kopf bleibt. Für Fans von Locked-Room-Thrillern auf jeden Fall eine große Empfehlung.