So krass spannend! Jeder kann der Mörder sein - ich liebe Whodunit-Situationen!! :-)
Mitzi gönnt sich eigentlich nur ein Auszeit-Retreat in einer abgelegenen Hütte im Dachsteingebirge - Entschleunigung, Selbstfindung, ein bisschen Tee, kein Handynetz, ein bisschen Ruhe. Ohne ihre beste Freundin Agnes Kirchnagel, aber mit sieben anderen Teilnehmern, möchte sie zu sich selbst finden. Leiter des Retreats ist ihr ehemaliger Therapeut, da kann doch wirklich gar nichts schiefgehen! Als jedoch ein Schneesturm aufzieht und die Hütte von der Außenwelt abschneidet, wird aus Selfcare und Achtsamkeit sehr schnell ein Überlebenskampf. Da wundert es auch nicht, dass ausgerechnet Mitzi bei einem Spaziergang unter einem Schneemann eine Leiche entdeckt. Und bei einer soll es nicht bleiben...Acht Teilnehmer, eine abgelegene Hütte, null Fluchtmöglichkeiten - das Setting schreit nach Verdächtigungen und Paranoia. Während die Stimmung langsam kippt, stolpert Mitzi von der erhofften inneren Einkehr direkt in ein Whodunit, bei dem jeder, inklusive ihr selbst, auf der Liste der potenziellen Opfer landet...Wer die Mördermitzi-Reihe kennt, weiß, dass Mitzi das Verbrechen anzieht wie das Licht Motten. Mitzi ist eine wunderbar schräge Ermittlerin wider Willen! Sensibel genug, um sich eigentlich lieber unter der Decke zu verkriechen, aber ebenso neugierig, um genau das nicht zu tun. Ihre Mischung aus Unsicherheit, Scharfsinn und morbider Faszination für Verbrechen sorgt dafür, dass man sie gleichzeitig beschützen und zum nächsten Tatort schubsen möchte.Die übrigen Retreat-Teilnehmer sind ein buntes Sammelsurium von Leuten, mit denen man eher nicht so gerne in einer eingeschneiten Hütte zusammensein möchte. Hinter Yoga, Achtsamkeit und Schönrederei lauern dunkle Abgründe, und je mehr Mitzi über die anderen herausfindet, desto klarer wird, diese Gruppe braucht keine Achtsamkeitsübungen...Die Atmosphäre schwankt daher ständig zwischen kuscheligem Hüttenfeeling und der bedrückenden Atmosphäre gepaart mit ein wenig Grusel. Draußen tobt der Schneesturm, drinnen wird der Kreis der Verdächtigen enger - das ist Krimi-Gemütlichkeit vom Feinsten. Trotz aller Leichtigkeit und Heiterkeit wird die Bedrohung für Mitzi sehr real, denn die Verbindungen zwischen den Teilnehmern erweisen sich als deutlich dunkler als der brave Retreat-Flyer versprochen hat...Der Plot setzt auf klassische Elemente des Whodunit! Begrenzte Anzahl an Personen, steigendes Misstrauen, immer neue Enthüllungen. Gleichzeitig streut Isabella Archan regelmäßig kleine Bosheiten, Situationskomik und trocken-schwarze Bemerkungen ein, die den Ton deutlich leichter machen, als die Lage vermuten lässt.Isabella Archans Schreibstil ist locker, dialogstark und von diesem typisch österreichischen, leicht makabren Humor durchzogen. Das liebe ich total und damit konnten mich auch schon die anderen Bände der Reihe überzeugen ¿ Wer die Mördermitzi-Reihe kennt, bekommt erneut eine Mischung aus Alpenkrimi, Cozy Crime und schräger Charakterstudie, die sich wohlig von bleischweren Serienkillerstoffen abhebt."Die MörderMitzi und der eiskalte Tod" ist ein winterlicher Krimi, der beweist, dass Selbsterfahrungskurse viel gefährlicher sind als jeder True-Crime-Podcast ;-) Wer skurrile Figuren, eingeschneite Settings und eine Protagonistin mag, die ziemlich schräg ist, aber ihr Herz am rechten Fleck trägt, dem sei dieses Buch empfohlen! :-) Schon alleine das Cover macht Lust aufs Lesen bei Kerzenschein, prasselndem Kaminfeuer und einer kuscheligen Decke!