Groß angelegter Umweltthriller, dessen Faktenfülle die Katastrophe greifbar macht ¿ und dessen Tempo gelegentlich darunter leidet.
Marc Elsbergs ¿EDEN¿ setzt nicht auf die eine spektakuläre Katastrophe, sondern auf eine bedrohliche Häufung: tote Fische, gestörte Ökosysteme, eine Natur, die ihre Verlässlichkeit verliert. Das ist als Thriller wirksam, weil Elsberg die wissenschaftliche Zumutung nicht bloß als Kulisse verwendet. Piero Manzano, Linus Strand und Sarah Keller geraten in ein Geflecht aus Erkenntnis, Öffentlichkeit und Interessen, in dem Information selbst zur umkämpften Ressource wird.Besonders überzeugend ist der Blick auf die Trägheit menschlicher Reaktionen. Nicht das Fehlen von Daten ist das Problem, sondern die Schwierigkeit, aus Wissen rechtzeitig Konsequenzen zu ziehen. Der Roman zeigt, wie schnell Katastrophen im Getöse von Medien, politischen Kalkülen und privaten Ängsten ihre Kontur verlieren.Die enorme Stofffülle ist zugleich seine Grenze. Einige Passagen erklären mehr, als sie dramatisieren; die Vielzahl der Perspektiven erzeugt nicht immer Nähe. Aber Elsberg hält den großen Bogen mit Energie und Recherche zusammen. ¿EDEN¿ ist kein leiser Roman, doch ein relevanter, klug gebauter Umweltthriller, der gerade in seinen Übertreibungen unangenehm plausibel bleibt. Vier Sterne.