Cover & Klappentext
Das Cover erinnert an die Assoziationen der griechischen Mythologie, die sich in dem Buch wiederfinden. Mir gefällt es. Obwohl es die Autorin war, die meine Aufmerksamkeit geweckt hat, denn ich kenne bereits ihre anderen beiden Bücher.
Auch der Klappentext selbst erinnert an diverse Legenden, weshalb ich hier unmöglich widerstehen konnte.
Meinung
Aus der Sicht von Andromeda und Ketos wird man durch das Geschehen geführt.
Der Anfang hat mich sofort überzeugt, weshalb der Einstieg kein Problem darstellte. Im Gegenteil. Dank des flüssigen Schreibstils gleitet man durch die Seiten. Allerdings neigt die Autorin dazu, die Szenen sehr ausschweifend zu gestalten, weshalb es einige Längen gibt. Vermutlich hat sie versucht, ihre Welt bildgewaltig darzustellen, was für mich nicht ganz gelungen ist, andernfalls hätte ich ein Gemälde vor Augen gehabt, wie es manchmal der Fall ist.
Damit will ich keinesfalls sagen, dass die Story für mich farblos war. Zumindest nicht im übertragenen Sinn. Die Stärke liegt definitiv in der Handlung.
Zuerst wird der Leser mit Andromeda konfrontiert. Habe ich sie zu Beginn noch als recht sympathisch und glaubwürdig wahrgenommen, schwand meine Sympathie mit der Zeit, bis ich sie kaum noch einordnen konnte. Allerdings bin ich mir, nun, da ich das Ende des ersten Bandes gelesen habe, sicher, dass es gewollt war.
Ihre Zerrissenheit, ihre Angst, ihr Zorn und ihre Verzweiflung haben mich schlichtweg überzeugt.
Ketos stellt gewissermaßen den Gegenpart dar. Wegen des Monsters in ihm wird er gemieden. Überall begegnet ihm Angst und Abscheu, was ihn ziemlich einsam macht. Dazu kommt, dass der Kaiser ihn kontrolliert. Nicht nur das Monster in ihm, sondern auch den Mann.
Im Gegensatz zu Andromeda ist er greifbarer. Er besitzt ein weiches Herz, wohingegen sein Ungeheuer nur zerstören und töten will.
Beide Hauptprotagonisten wirken auf mich absolut authentisch.
Die Story in sich zeigt die Kreativität der Autorin. Mit Hilfe von kryptischen Prophezeiungen wird der Leser angeregt, zu überlegen, was sie bedeuten könnten. Je nach Interpretation zeigen sie etwas anderes. Und wenn man glaubt, endlich klarzusehen, bemerkt man, dass doch alles anders ist. Das allein hat mir ungemein gefallen.
Insgesamt wurde ich fantastisch unterhalten und kann Band zwei kaum erwarten. Nicht zuletzt, weil ich noch etwas sprachlos vom Ende bin. Ich kann nur hoffen, in welche Richtung die Story sich letztendlich entwickeln wird, auch wenn ich im Grunde keinen blassen Schimmer habe. Das macht das Besondere aus.
Fazit
Wer die Geschichten von Lara Große bereits kennt, der weiß um ihre außergewöhnliche Art, ihre Fantasie zum Leben zu erwecken. Da sie meines Erachtens nach recht speziell ist, muss man sie mögen. Auf mich persönlich trifft es definitiv zu, denn hier findet sich keine plötzliche Liebe, die über allem steht. Und selbst wenn, wäre sie nicht genug. Stattdessen gibt es Pflichten, ein Volk zu beschützen und den eigenen Willen, den Stolz, der sich weigert, sich dem Feind untertan zu machen. Das zeugt von Stärke und Durchhaltevermögen und nötigt mir Respekt ab.
Von mir gibt es vier von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung.