Ich habe ¿Rosen im Asphalt¿ sehr gern gelesen und freue mich jetzt schon auf das nächste Buch der Autorin.
Linda kommt 1956 in einem Hamburger Krankenhaus zur Welt und wird von ihrer Mutter kurz nach der Geburt dort zurückgelassen. Sie wächst bei den Großeltern, in Armut und später auch in verschiedenen Pflegefamilien und Heimen auf. Ein Leben ohne Sicherheit, ohne dieses selbstverständliche Gefühl von Zuhause.Im selben Jahr wird Irmi in Köln geboren. Auf den ersten Blick kommt sie aus einer ganz anderen Welt: wohlhabende Familie, großes Haus, eigentlich alles da. Aber auch Irmis Kindheit ist alles andere als unbeschwert. Ihre Mutter ist krank und überfordert, weshalb Irmi als Baby zu Verwandten in die Niederlande geschickt wird. Als ihr Vater sie Jahre später zurückholt, spricht sie kein Deutsch mehr und fühlt sich in der eigenen Familie fremd.Zwei Mädchen also, die unterschiedlicher kaum aufwachsen könnten und beide auf ihre Weise ohne Mutter groß werden. Trotzdem wächst zwischen den beiden eine Freundschaft, die sie über Jahrzehnte trägt.Ich habe Linda und Irmi unglaublich gern auf ihrem Lebensweg begleitet, auch wenn dieser wirklich mit einigen Schicksalsschlägen gepflastert ist. Manche Szenen tun beim Lesen richtig weh, gerade weil man so sehr spürt, was diese frühen Erfahrungen mit den beiden machen. Wie sehr sie ihr Selbstbild prägen, ihre Beziehungen, ihre Sehnsucht nach Geborgenheit, Vertrauen und Liebe.Umso schöner war es dann für mich immer, wenn den beiden etwas Gutes passiert ist. Wenn sie durchatmen konnten. Wenn sie Glück hatten. Wenn da ein Moment war, in dem man dachte: Ach, bitte, lass es jetzt einfach mal schön bleiben.Besonders berührt hat mich die Freundschaft zwischen Irmi und Linda. Über so viele Jahre, über Ortswechsel, Verluste, Neuanfänge und all das hinweg, was das Leben ihnen zumutet.Diese Verbindung, dieses Sich-Verstehen, manchmal auch ohne viele Worte, mochte ich sehr.Der Schreibstil hat es mir wieder leicht gemacht, in die Geschichte einzutauchen. Felicitas Fuchs erzählt bildhaft, lebendig und so, dass man einfach weiterlesen möchte. Durch die Perspektivwechsel zwischen Linda und Irmi, aber auch durch einzelne andere Stimmen, zum Beispiel Erik oder Lindas Mutter, bekommt die Geschichte noch mehr Tiefe.Für mich wirkte der Roman in Bezug auf die jeweilige Zeit sehr authentisch, die gesellschaftlichen Veränderungen und das, was Frauenleben über Jahrzehnte geprägt hat.Ich habe "Rosen im Asphalt" sehr gern gelesen und freue mich jetzt schon auf das nächste Buch der Autorin.