Finnland zählt mehr Saunen als Autos - und gilt zugleich als eines der politisch stabilsten Länder der Welt. Umso reizvoller ist es, dass ausgerechnet ein finnischer Ex-Präsident im mittlerweile dritten und abschließenden Band der Leo-Koski-Reihe in das Zentrum eines amerikanischen Politbebens gerät. Wer die beiden ersten Bände noch nicht kennt: Unbedingt lesen!!!Leo Koski hat sich nach den Ereignissen der vorherigen Bände aus der großen Politik zurückgezogen und lebt in den USA ein vergleichsweise ruhiges Leben. Doch Ruhe ist in diesem Thriller nur ein kurzes Zwischenkapitel. Während eines unfreiwilligen Treffens im Weißen Haus erhält Koski eine Nachricht, die ihm den Boden unter den Füßen wegzieht: Seine Tochter wurde entführt. Gleichzeitig soll er sein eigenes Land verraten. Bevor er überhaupt begreifen kann, was geschieht, bricht der amerikanische Präsident vor seinen Augen zusammen - vergiftet. Plötzlich ist Leo nicht mehr nur Vater, sondern Verdächtiger, Flüchtender und Schachfigur in einer Verschwörung, deren Fäden bis in die höchsten Machtzirkel reichen.Gemeinsam mit der Journalistin Ashley Pegula versucht er, die wahren Drahtzieher aufzuspüren und seine Tochter zu retten. Zwischen Geheimdiensten, politischen Intrigen und tödlichen Gegnern entwickelt sich eine Geschichte, die kaum Zeit zum Durchatmen lässt. Die Kapitel treiben den Leser förmlich vor sich her, immer wartet die nächste Wendung hinter der nächsten Tür des Weißen Hauses.Gerade Leo Koski trägt den Roman. Er ist kein unverwundbarer Actionheld, sondern ein erfahrener Politiker, der trotz seiner Vergangenheit immer wieder in Situationen gerät, die größer sind als er selbst. Man fiebert mit ihm, weil seine Motivation so nachvollziehbar ist: Hier steht nicht die Rettung der Welt im Vordergrund, sondern die eines Vaters, der um seine Tochter kämpft.Tuomas Oskaris Schreibstil ist schnörkellos, direkt und äußerst filmisch. Viele Szenen lesen sich wie Sequenzen eines Politthrillers, der bereits für die Leinwand geschrieben wurde. Man sieht die Flure des Weißen Hauses vor sich, spürt die Hektik und das Misstrauen, hört beinahe die Sirenen im Hintergrund. Das hohe Erzähltempo wird zur großen Stärke des Romans.Allerdings nimmt sich die Geschichte manchmal so wenig Zeit zum Innehalten, dass einige Entwicklungen etwas konstruiert wirken. Nicht jede Wendung ist völlig glaubwürdig, und manche politische Verstrickung hätte gerne noch komplexer ausfallen dürfen. Auch einzelne Figuren bleiben etwas hinter ihrem Potenzial zurück.Dennoch gelingt In den Fängen der Verräter etwas, das nicht jeder Politthriller schafft: Er verbindet internationale Verschwörungen mit einer sehr persönlichen Geschichte und hält die Spannung bis zum Finale konsequent hoch. Als Abschluss der Trilogie kehrt die Reihe noch einmal zu ihrer Stärke zurück - temporeich, unterhaltsam und mit einem sympathischen Helden, den man nur ungern ziehen lässt.