Beklemmender Psychothriller mit einer hohen emotionalen Tiefe und der originellen Perspektive eines Tieres mit zähen Abschnitten
Im Zentrum der Geschichte steht die Ehefrau Jessie Burlingame, die bei einem erotischen Spiel in einem abgelegenen Ferienhaus von ihrem Ehemann ans Bett gefesselt wird als dieser plötzlich einen Herzinfarkt erleidet, stirbt und sie hilflos zurücklässt. Ein Kampf gegen Durst, Panik, einen streunenden Hund und ihre eigenen Erinnerungen beginnt. Die nah an der Realität gehaltene Handlung weist eine dichte Atmosphäre und psychologische Tiefe auf, die an manchen Stellen jedoch sehr ausschweifend wirkt.Bei den Protagonisten steht Jessie im Mittelpunkt der Handlung, die durch die vielen inneren Monologe und Rückblenden auf ihr Leben glaubwürdig und lebendig wirkt. Die Nebenprotagonisten bereichern die Handlung, bleiben aber eher im Hintergrund. Besonders originell ist die Einbringung der Tierperspektive des streuenden Hundes.Wer stille Survival-Geschichten mit einer hohen psychologischen Tiefe mag, wird hier fündig.Der Schreibstil ist detailreich und dicht, was maßgeblich zur Atmosphäre des Buches beiträgt.Einziger Minuspunkt: Die ausschweifenden Passagen bremsen das Erzähltempo stark aus und mindern den Lesespaß ein wenig.Insgesamt kann ich das Buch empfehlen.