Breaking News: Menschen sind zu allem fähig
Der Inhalt las sich wie endlich etwas ziemlich Neues: Eine Villa mitten in der Wüste, 10 Frauen, 10 Männer und jede Mange Kameras. Kommt bekannt vor? Welcome to Love Desert. Oder so. Jedenfalls wacht Lily, unsere Protagonistin, aus ihrer Bewusstlosigkeit auf und freut sich wie Bolle, Teil dieses angesagten Formats zu sein. Gerade deshalb, weil die Welt gerade in einen allumfassenden Krieg verwickelt war und Luxus für viele nur noch ein Fremdwort ist. Die Teilnehmer (uhhhh, es wird nicht gegendert. Ich schäm mich später) können in Spielen Belohnungen gewinnen, die im Laufe der Show und bei schwindender Teilnehmerzahl immer wertvoller werden. Das, was dafür gemacht weden muss, steigert sich proportional dazu aber natürlich auch. Und irgendwann bemerkt Lily, dass nicht nur die anderen bereit sind, über ihre Grenzen zu gehen, sondern dass auch die Produktion ein perfides Spiel mit ihnen treibt.Wie oben schon erwähnt, klang der Inhalt mal endlich nach etwas, was nicht so oft in Büchern den Hauptinhalt stellt. Eine Reality Show in einer leicht apokalyptischen Zukunft. Und es geht wirklich gut los. Schon mal das Cover ist gut gewählt, der einfarbige gelbe Farbschnitt passend. Die Umgebung und die Protagonsiten werden detailleriert beschrieben, ohne, dass es unnötig langatmig wirkt. Als dann die Männer ein paar Tage später einziehen, geht die Vercoupelei los, denn die Frauen oder Männer, die alleine im Bett liegen, fliegen aus der Sendung. So weit, so gut. Im Laufe des Buches wird klar, wohin die Reise geht. Natürlich werden die Skrupel jedes Einzelnen immer weniger und Aisling Rawle will uns zeigen, dass grundsätzlich in jedem von uns ein Tier steckt, das nur in der richtigen Umgebung und bei den richtigen Gegebenheit aus uns rausbricht. Jeder ist zu allem fähig. Sehe ich auch so. Gier und Überlebensdrang steckt in jedem von uns und ist tief verwurzelt. Und dass Ruhm und Anerkennung für manche überlebensnotwendig sind, dürfte aus unserer echten Realtität hinlänglich bekannt sein. So gesehen wird die Story und deren Verlauf in der zweiten Hälfte des Buches einfach beliebig. Arm an Überraschungen sehnt man dann nur noch das Ende entgegen, denn das Buch ist auch einfach zu lang. Das trägt keine 400 Seiten. Stereotypen reichen dafür einfach nicht, den Unterhaltungswert bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. So war es ein guter Ansatz, der aber nur oberflächlich betrachtet funktioniert.