Ein altes Herrenhaus, eine kürzlich verstorbene Tante und ein rätselhaftes Schreiben mit Hinweisen auf den mysteriösen Tod der Eltern, mit diesen Zutaten beginnt Alexandra Benedicts neuer Cosy Krimi in der Weihnachtszeit. Und wer die andere Werke der Autorin kennt, vermutet schon richtig: Hier darf geknobelt werden. Lily wird zu einem Christmas Game im Endgame Haus eingeladen. Wer die Rätsel löst, soll das Haus erben - so heißt es in der Einladung der Tante. Jeden Tag, bis zum 5. Januar, wird es ein Rätsel geben, das auf einen geheimen Schlüssel verweist. Mit diesem lässt sich dann ein geheimer Raum öffnen, in dem sich die Besitzurkunden des Hauses finden lassen. Doch Lily hat so gar kein Interesse an dem alten Herrnhaus. Hier hat sich ihre Mutter umgebracht und zu den meisten Verwandten hat sie wenig Kontakt. Das hat Tante Liliane vorhergeahnt und Lilys Teilnahme am Spiel kurzerhand zu ihrem letzten Willen erklärt. So fährt Lily doch zum Haus und beginnt nach und nach Gefallen am Spiel zu finden. Denn zwischen den Rätseln verbergen sich auch Hinweise auf die letzten Tage ihrer Mutter. Dann aber findet sich eine Leiche im Haus und Lily möchte nur noch weg. Benedicts Roman liest sich wieder sehr spannend und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Die Lektüre eignet sich perfekt für die Zeit zwischen den Jahren. Die Atmosphäre des Herrenhauses und die vielen Anspielungen auf englische Weihnachtsbräuche (The twelfth day of Christmas sollte man kennen) sorgen trotz Mord für eine heimelige Stimmung. Die Rätsel und die schrägen Figuren sorgen für Spannung. Eingekuschelt mit Decke und Tee macht man sich gerne mit Lily auf den Weg nach York. Dennoch ist "Das tödliche Christmas Game" nicht unbedingt Benedicts stärkster Krimi. Zu Beginn erinnert sehr viel an "Das größte Rätsel aller Zeiten" : Es gibt ein altes Herrenhaus, eine verwaiste Protagonistin, ein Labyrinth und Rätsel, die Teil des Testaments sind. Auch das Grundgerüst ist ähnlich: Alte Familiengeheimnisse sollen beim Rätseln gelöst werden. Die Parallelen sind schon recht offensichtlich. Zum Glück bekommt die Handlung dann aber doch einen anderen drive. Dennoch wirkt die Handlung manchmal sehr konstruiert. Da passiert sehr viel zufällig gut Passendes in genau dem richtigen Moment. Und auch den späteren Täter hat man schnell im Verdacht. Die Überraschungsmomente aus den anderen Krimis können hier leider nicht wiederholt werden. Mit etwas Entfernung zum Lesen wirken Teile der Handlung wenig glaubwürdig.. Trotz der manchmal abstrusen Handlung kann man mit diesem cosy Krimi als leichte Zwischenlektüre nicht viel falsch machen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Ein großes Lob gibt es auch für die Übersetzungsarbeit. Die Übertragung der Worträtsel und Anagramme ins Deutsche dürfte einiges zum Tüfteln bereitgehalten haben.