Spannend, atemberaubend, herzerwärmend- ein Jahreshighlight für mich!
Ryland Grace wacht allein in einem Raumschiff auf. Seine zwei Astronautenkollegen- tot! Er weiß nicht wer er ist, was er hier macht und wie seine Mission lautet.Er macht sich mit den Schiffssystemen vertraut und nach und nach kommen Erinnerungsfetzen zurück, die ihm zeigen, dass die Erde in höchster Gefahr schwebt und sein Schiff losgeflogen ist um eine Lösung zu finden. Nur wie lautet die?Sein Rätselraten wird unterbrochen als sich ihm ein anderes Schiff nähert und Kontakt aufnimmt. Eine blinde, steinerne Lebensform, die er Rocky nennt, gibt ihm zu verstehen, dass er auch hier im Tau Ceti System ist um eine Rettung für seine Heimatwelt zu finden, die ebenfalls unter dem selben Problem leidet. Trotz allergrößter Unterschiede und vielen Schwierigkeiten schaffen sie es zusammenzuarbeiten und sind in der Hoffnung ihre beide Sonnen, die von winzigen Partikeln ,,ausgesaugt" werden und so verdunkeln, zu befreien. Sein kleiner steinerner Freund wächst ihm ans Herz und gibt ihm sogar den Lichtblick dieses Selbstmordkommando vielleicht zu überleben und zur Erde zurückkehren zu können.¿Zugegeben, ,,Der Astronaut" hat schon ein Weilchen noch ungelesen in meinem Regal gestanden. Nur war mir lange Zeit nicht der Sinn nach einem großen Science Fiction Roman gestanden, weswegen er noch warten musste. Doch da jetzt die Verfilmung angelaufen ist, dachte ich mir, ihn jetzt endlich mal in Angriff zu nehmen. Und ich wurde auch absolut nicht enttäuscht. Wie Andy Weirs vorige Romane ,,Der Marsianer" und ,,Artemis" ist ,,Der Astronaut" wieder ein fantastisches, packendes und unterhaltsames Weltraumabenteuer geworden. Andy Weir schafft es einfach immer wissenschaftliche Fakten und Hypothesen durch seine Geschichten kurzweilig und spannend zu vermitteln. Ich bin in den Feldern Astrophysik und Astronomie nicht so sehr bewandert (nein, ich hätte jetzt gerade nicht die Lorentzkontraktion, Panspermie oder die Zeitdilatation erklären können und wusste auch gerade nicht genau welche Temperatur und Druck auf der Venus herrschen), fühlte mich aber durch die Erklärungen nie gelangweilt. Ganz im Gegenteil- es hat mich sogar neugieriger gemacht!Ryland Grace war wie damals Mark Watney in ,,Der Marsianer" ein lockerer, smarter Typ, der viel Selbstironie besaß.Aber auch der fünfarmige Rocky war nicht nur liebenswert sondern hatte ebenfalls immer mal wieder einen ungeahnt lustigen Spruch auf seinen nicht vorhandenen Lippen und brachte mich zum grinsen. Mir gefiel auch, wie Ryland Grace sich erst nach und nach erinnerte, sich die Geschichte so langsam entwickelte und die Spannung dadurch nie abbrach. Bis zur letzten Seite fieberte ich mit und war mir nicht sicher wie es enden würde.Ein wenig ähnelte er einem MacGyver im Weltall, denn er hatte schlussendlich meist immer die passende und mögliche Lösung für Probleme. Vielleicht ein wenig zu perfekt, dass ein Einzelner das alles so gut bewältigen konnte, aber das tat der Freude beim Lesen absolut keinen Abbruch und gab doch Hoffnung.Andy Weir ist für mich im Science Fiction Genre einfach ein Garant für gute Unterhaltung mit Aha-Momenten.Ich bin jetzt doch sehr gespannt auf die Verfilmung und gehe davon aus, dass sie gelungen ist, denn bereits ,,Der Marsianer" war sehr buchgetreu und die Darstellerauswahl gut gelungen. Schade finde ich nur, dass die Verfilmung von Andy Weirs zweiten Roman ,,Artemis" mit einem weiblichen Hauptcharakter immer noch auf sich warten lässt. Aber anscheinend ist diese ja auch in Arbeit.Ich kann ,,Der Astronaut" nur wärmstens empfehlen. Für mich ist er schon jetzt ein absolutes Jahreshighlight!¿¿¿¿¿¿