Perry Rhodan 2204: Planet der Mythen

Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean".
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Im Sternenozean von Jamondi - Perry Rhodan und Atlan ringen ums Überleben
In der von Menschen und zahlreichen anderen Völkern bewohnten Milchstraße entwickelt sich im September 1331 Neuer Galaktischer Zeit eine kritische Situation: Mörderische Hyperst … weiterlesen
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Perry Rhodan 2204: Planet der Mythen als eBook epub

Produktdetails

Titel: Perry Rhodan 2204: Planet der Mythen
Autor/en: Claudia Kern

EAN: 9783845322032
Format:  EPUB ohne DRM
Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean".
Pabel- Moewig Verlag Kg

9. Februar 2014 - epub eBook - 64 Seiten

Beschreibung

Im Sternenozean von Jamondi - Perry Rhodan und Atlan ringen ums Überleben
In der von Menschen und zahlreichen anderen Völkern bewohnten Milchstraße entwickelt sich im September 1331 Neuer Galaktischer Zeit eine kritische Situation: Mörderische Hyperstürme machen die überlichtschnelle Raumfahrt zu einer höchst riskanten Angelegenheit, und in verschiedenen Sektoren der Galaxis bilden sich fürchterliche Sternenbeben aus. Als in direkter Nähe des Hayok-Sternenarchipels ein ganzer Kugelsternhaufen buchstäblich aus dem Nichts erscheint, ahnen Perry Rhodan und die anderen Führungskräfte der Liga Freier Terraner, dass dies alles nur ein Anfang ist. Und als Lotho Keraete auftaucht, der Bote der Superintelligenz ES, und den Sternenozean von Jamondi erwähnt, wird die Ahnung zur Gewissheit. Gemeinsam mit Lotho Keraete brechen Perry Rhodan und Atlan, der uralte Arkonide, zu einer Expedition in den unbekannten Kugelsternhaufen auf. Doch ihr Flug scheitert, und die drei Männer landen auf Baikhal Cain. Es ist der PLANET DER MYTHEN...

Portrait

CLAUDIA KERN

Mit PERRY RHODAN-Band 2132, "Der Saltansprecher", gibt eine neue Autorin ein Gastspiel bei der größten Science Fiction-Serie der Welt: Claudia Kern. Den Freunden der Phantastik in Deutschland ist sie keine Unbekannte. Sie fungierte als Chefredakteurin des SF-Magazins "Space View" und schreibt regelmäßig Romane für die Serien "Professor Zamorra" und "Maddrax".

Die 1967 in Gummersbach geborene Autorin kam schon früh mit der Science Fiction in Kontakt. Zumindest beinahe, wie sie heutzutage gerne erzählt: In einer Zeit, in der die meisten Familien nur einen Fernseher besaßen, ging sie aus dem samstäglichen Duell "Sportschau" gegen "Raumschiff Enterprise" meist als Verlierer hervor.

Die entgangenen Abenteuer vor dem Fernsehschirm holte sie später in größerem Maßstab nach: Während des Studiums in Bonn jobbte sie in einem Kino. "Ich kann von mir behaupten, dass ich zwischen 1990 und 1995 jeden einzelnen der in den vier Sälen gezeigten Filme gesehen habe", resümiert die Autorin. Einzige Ausnahme war "Das Geisterhaus", bei dem sie nach der Hälfte aufgab.

Das "Studium im Kino" zahlte sich anderweitig aus. Danach avancierte Claudia Kern zusammen mit Dirk Bartholomä zur Chefredakteurin des neu gegründeten Magazins "Space View". Als sie einige Jahre später die Chance erhielt, zum Fernsehsender ProSieben zu wechseln, griff sie trotz der Bedenken ihrer Freunde zu - und bereute bald darauf ihre Entscheidung. Die Arbeit in der Redaktion hielt nicht, was sie versprochen hatte.

Claudia Kern zog zurück nach Bonn und sattelte zur Schriftstellerin um. Zusammen mit W.K. Giesa verfasste sie den SF-Roman "Hagar Qim" und nahm im Anschluss daran die Mitarbeit an "Professor Zamorra" auf. Kurz darauf begann sie für die SF-Serie "Maddrax" zu schreiben.

Mit ihrem Roman für PERRY RHODAN betritt Claudia Kern nun Neuland - trotz ihrer Leidenschaft für Science Fiction hatte sie bis dato noch keine Folge der Serie gelesen. "Gerade das aber machte die Aufgabe so spannend", stellte die Autorin fest. "Ich musste mich mit einem fremden Universum anfreunden - und das holte ich mit großer Begeisterung nach." In ihrem Roman stellt sie den geistig behinderten Angehörigen eines außerirdischen Volkes ins Zentrum des Geschehens, eine Auswahl, die sie bewusst traf: "Ich wollte einmal eine ganz andere Art von Charakter als Held aufbauen."

Leseprobe

1.


In der Eiswüste

 

Der Donner der Explosion hallte über die nächtliche Landschaft. Eiskristalle klirrten wie Glas, und der Schnee, der von der Druckwelle hoch in die Luft geschleudert worden war, rieselte langsam zurück auf den Boden.

Perry Rhodan spürte, wie die Flocken in seinem Nacken schmolzen, und drehte sich auf den Rücken. Einen Moment lang blinzelte er in den seltsam rötlichen Schnee, dann überwand er seine Benommenheit und setzte sich auf.

Um ihn erstreckte sich eine karstige, schneebedeckte Gebirgskette. Nur die Gipfel und einige Felsen, die aus dem Schnee ragten und dem schneidenden Wind trotzten, waren dunkel.

Hoch über ihnen standen zwei Monde so dicht zusammen am Himmel, das sie ineinander zu fließen schienen. Ihr rotes Licht waberte. Jeder von ihnen war so groß wie der irdische Mond, und Rhodan fragte sich automatisch, was das wohl für die Gezeiten dieser Welt bedeutete.

Neben ihm stand Atlan auf. Rhodan ergriff die ausgestreckte Hand des Arkoniden und ließ sich auf die Füße ziehen.

Der Atem stand als graue Wolke vor seinem Gesicht. Die Luft ließ sich atmen, erschien ihm jedoch etwas dünn. Und sie war kalt, so kalt, dass Rhodan hustete, wenn er zu tief einatmete.

»Minus fünfundzwanzig Grad Celsius«, sagte Atlan, als habe er seine Gedanken erraten, »mindestens.«

Rhodan nickte und sah zurück zu dem Krater, den die Explosion der Silberkugel gerissen hatte. Niemand konnte eine solche Detonationswucht überlebt haben, egal, ob er aus Fleisch und Blut oder aus Metall war.

»Lass uns nach ihm suchen«, sagte Rhodan leise.

Er musste keinen Namen nennen. Außer ihm und Atlan war nur eine Person an Bord gewesen: Lotho Keraete, der Abgesandte von ES, der seltsame Mann aus Metall.

Mit i
hm waren sie in dieses System geflogen, hinein in den seltsamen Kugelsternhaufen, um den rätselhaften Veränderungen nachzugehen, die sich überall in der Milchstraße bemerkbar machten. Doch dazu war es nicht gekommen, denn sie wurden selbst Teil dieser Veränderungen, als ihre SERUNS an Bord zu verglühen begannen und Keraetes Körper sich erhitzte.

Technische Probleme hatten nur Minuten später zur Notlandung auf diesem unbekannten Planeten geführt. Rhodan und Atlan waren aus der Silberkugel geschleudert worden, Keraete nicht.

»Die Explosion wird nicht viel von ihm übrig gelassen haben«, sagte Atlan. Seine Haare leuchteten im Mondlicht so rot wie der Schnee. »Wir finden höchstens ein paar Metallreste.«

»Ich weiß.« Rhodan ging auf die Absturzstelle zu.

Bei jedem Schritt durch den knirschenden Schnee sackte er mehrere Zentimeter ein. Die Schuhe, die er trug, waren zwar wasserabweisend, aber die Kälte drang mühelos durch das dünne Material, ebenso wie der Wind durch Hemd und Hose fuhr. Ohne ihre Raumanzüge waren sie denkbar ungünstig gekleidet.

Ein Problem nach dem anderen, dachte Rhodan. Zuerst Keraete, dann sehen wir weiter.

Im dämmernden Licht der Zwillingsmonde wirkte die Landschaft merkwürdig irreal, als wäre sie zwischen Tag und Nacht gefangen. Die Luft war so klar, dass man kilometerweit sehen konnte. Schroffe Berggipfel, lang gezogene Gletscher und endloser roter Schnee – nichts sonst schien es hier zu geben.

Rhodans Blick glitt über die Landschaft hinweg und konzentrierte sich auf die Absturzstelle. Keraetes Überreste mussten sich in der Nähe befinden.

Der Terraner ging einige Schritte weiter und stutzte. Etwas schimmerte ihm entgegen, spiegelte sich im Mondlicht. Für einen Moment glaubte er, es sei die gefror
ene Oberfläche eines kleinen Teichs, doch dann kam er näher heran und bemerkte, dass der vereiste Bereich kreisrund war, so als habe man ihn absichtlich angelegt. Er hatte einen Durchmesser von rund fünf Metern.

»Atlan«, sagte Rhodan und ging am Rand der Fläche in die Knie. »Sieh dir das mal an.«

Das Eis verzerrte den Blick und verlieh der Gestalt, die darin eingeschlossen war, bizarre Umrisse. Trotzdem konnte es keinen Zweifel geben, um wen es sich handelte.

»Keraete.« Atlan hockte sich neben Rhodan und strich über das Eis. »Sein glühender Körper muss wie eine Bombe in den Schnee eingeschlagen haben. Er hat den Schnee verflüssigt.«

»Was bedeutet, dass er ebenso aus der Silberkugel geschleudert wurde wie wir auch. Er war bei der Explosion nicht mehr im Inneren.« Rhodan zögerte und betrachtete die dunklen Umrisse unter dem Eis. »Ich kann spüren, dass er noch lebt. Keine Ahnung, wieso, ich weiß es einfach.«

»Ich spüre es ebenfalls.« In Atlans Blick lag die gleiche Frustration, die Rhodan empfand.

Dort unten lag der Bote von ES, der als Einziger etwas über die so genannten Sternenozeane von Jamondi wusste, der möglicherweise über Hilfsmittel verfügte, mit denen sie aus dieser Eiswüste fliehen konnten. All dieses Wissen war nur ein paar Meter entfernt und doch unerreichbar.

»Vielleicht gelingt es ihm, sich aus eigener Kraft zu befreien«, sagte Atlan. Seiner Stimme war anzuhören, dass er selbst nicht daran glaubte.

»Vielleicht.« Rhodan stand auf. »Das werden wir ja sehen.«

Sein Atem hing als Wolke in der Luft. »Die Stelle dahinten zwischen den Felsen sieht nicht schlecht aus. Dort sind wir zumindest vor dem Wind geschützt.«

»Willst du etwa hier bleiben?«
Jetzt stand auch Atlan auf. »Das halte ich für keine gute Idee.«

»Es ist wahrscheinlich keine gute Idee, aber die einzig vernünftige. Sollte jemand den Absturz bemerkt haben, wird er hier nach Überlebenden suchen.«

Rhodan hatte mit Widerspruch gerechnet. Seine eigenen Instinkte verlangten von ihm, einen Weg aus der Kälte zu suchen und Schutz zu finden. Doch seine Ausbildung stand dagegen; es erschien ihm nicht sinnvoll, sich von dem Absturzkrater zu entfernen.

Atlan wischte sich Schnee von den Schultern. Die Feuchtigkeit hinterließ dunkle Flecke im hellen Stoff seines Hemdes.

»Vorausgesetzt«, sagte er, »es gibt hier eine Zivilisation, die einen solchen Absturz bemerken könnte. Dafür sehe ich keinerlei Anzeichen. Wir sollten uns auf uns selbst verlassen, nicht auf andere. Deshalb schlage ich vor, dass wir nach Hilfe suchen, und zwar am besten sofort.«

»Ich werde nicht ohne jegliche Ausrüstung durch eine völlig unbekannte Eiswüste marschieren.«

»Und ich werde nicht hier bleiben und auf den Tod warten.«

Atlans Worte hatten den endgültigen, keinen Widerspruch duldenden Unterton, den Rhodan nach all den Jahren nur zu gut kannte.

Und damit, dachte er, hätten wir den ersten Streit.

 

*

 

Perry argumentiert logisch, sagte der Extrasinn.

Atlan ignorierte den Logiksektor, weil er wusste, dass das stimmte. Stattdessen sah er zu, wie Rhodan vor ihm auf und ab ging und all die Gründe aufzählte, die gegen einen Marsch sprachen.

Sie hatten kaum Informationen über diesen Planeten, argumentierte der Terraner, sie wussten nur, dass er eine atembare Atmosphäre und eine erdähnliche Schwerkraft besaß. Es gab keinen Hinweis auf Vegetation, nichts, was auf eine Stadt od
er Siedlung in der Nähe schließen ließ. Nicht einmal Tierspuren hatten sie gesehen, und die zwei bis drei Stunden, die ihnen blieben, bevor die Erstarrung und der Tod kamen, würden kaum ausreichen, das Gebirge zu verlassen, geschweige denn einen wärmeren Ort zu finden.

Ein Marsch würde unweigerlich zum Tod führen, ein Ausharren an der Absturzstelle gab ihnen zumindest den Hauch einer Chance.

Allerdings hing diese Chance allein von der Annahme ab, dass es jemanden gab, der den Absturz bemerkt hatte, und dass dieser Jemand die Mittel und die Motivation hatte, nachzusehen, was dort geschehen war.

Und darauf wollte sich Atlan nicht verlassen.

Rhodan beendete seine Argumentation und blieb stehen. Er hatte die Arme um den Körper geschlungen, konnte jedoch nicht verhindern, dass seine Hände zitterten.

Die Kälte bringt uns jetzt schon um, dachte Atlan.

Er glaubte zu spüren, wie sie unaufhaltsam durch seinen Körper kroch und ihn betäubte. Die Erkenntnis, ihr hilflos ausgesetzt zu sein, machte ihn wütend.

»Hörst du mir überhaupt zu?« Atlan blinzelte, als Rhodans Frage die Stille durchschnitt und ihn aus seinen Gedanken riss.

»Ja«, sagte er. »Ich stimme dir nur nicht zu. Die Wahrscheinlichkeit, gerettet zu werden, ist zu gering.«

»Sie ist erheblich größer als die Wahrscheinlichkeit, zu Fuß in ein paar Stunden Hilfe oder Schutz zu finden.« Rhodans Stimme klang verärgert. Er sah hinauf in den roten Himmel, als erwarte er, Lichter zu entdecken. »Aktivität ist nicht immer besser als Untätigkeit«, fügte er ruhiger hinzu. »Es fühlt sich nur so an.«

»Wenn ich das glauben würde, hätte ich auf Larsaf III keine Woche überlebt!« Der Ärger beherrschte jetzt auch Atlans Stimme. »
;Wir sind auf uns allein gestellt, Perry und wenn wir uns nicht helfen, wird es niemand tun. Einem Terraner fällt es vielleicht leicht, sich fatalistisch in sein Schicksal zu ergeben, ein Arkonide sucht jedoch bis zum Ende den Kampf. Ich ...«

»Eher sucht er bis zum Ende den blinden Aktionismus!«, unterbrach ihn Rhodan. »Nur weil du nicht akzeptieren kannst, dass wir ohne fremde Hilfe keine Überlebenschance haben, willst du auf diese irrsinnige Suche gehen. Sieh dich doch mal um. Hier gibt es nur Eis, Felsen und Schnee! Selbst wenn dich das nicht auf die Idee bringt, dass der Marsch sinnlos ist, dein Logiksektor sollte das begreifen.«

Tut er auch, flüsterte der Extrasinn trocken.

Atlan wandte sich ab. Es war klar,...


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