Nicht jede Liebesgeschichte lebt von großen Gefühlen. Manche leben allein davon, dass zwei Menschen es einfach nicht schaffen, voneinander loszukommen.Toxibaby von Dana von Suffrin erzählt die Geschichte von Herzchen und Toxibaby, eine Beziehung voller Trennungen, Versöhnungen und unausgesprochener Konflikte. Von Beginn an kreisen die beiden umeinander, stoßen sich ab und ziehen sich wieder an. Wer wen damals eigentlich wollte, wer Schluss gemacht hat und wer zurückgekommen ist, scheint irgendwann genauso unklar zu werden wie die Beziehung selbst.Herzchen ist eine erfolgreiche Schriftstellerin, Toxibaby ein attraktiver, kluger, aber von einer tiefen Traurigkeit geprägter Mann, der die Schuld für vieles bei der Welt sucht. Sie hingegen richtet den Blick oft auf sich selbst. Gemeinsam erschaffen sie eine Dynamik, die von Abhängigkeit, Sehnsucht und Unsicherheit lebt. Sie trennen sich, finden wieder zusammen, schicken Nachrichten, geben sich Kosenamen, verletzen einander und beginnen von vorn.Was mich jedoch weder emotional noch inhaltlich erreichen konnte, war genau dieses permanente Hin und Her. Die Figuren sind durchaus nahbar und keineswegs unsympathisch, trotzdem fiel es mir schwer, eine echte Bindung zu ihnen aufzubauen. Irgendwann wirkten die Konflikte weniger bewegend als vorhersehbar.Hinzu kommt ein Schreibstil mit teilweise seitenlangen Schachtelsätzen, der sicherlich bewusst gewählt wurde, um die Komplexität und Erschöpfung dieser Beziehung abzubilden. Ich verstehe die Idee dahinter und kann nachvollziehen, warum viele Leserinnen und Leser genau das schätzen werden. Für mich machte es die Lektüre allerdings eher mühsam als eindringlich und sorgte dafür, dass die Geschichte mich emotional nie wirklich erreichte. Toxibaby ist ein Roman über emotionale Abhängigkeiten, alte Verletzungen und die Frage, warum Menschen an Beziehungen festhalten, die ihnen längst nicht mehr guttun. Wer sich für psychologisch gezeichnete Beziehungsgeschichten interessiert und Freude an anspruchsvoller, fordernder Sprache hat, könnte hier viel entdecken. Mich persönlich konnte das Buch trotz interessanter Ansätze und einiger kluger Beobachtungen leider nicht wirklich packen.