Durch Rückblenden lernen wir die beiden Protagonisten bereits in ihrer Jugend kennen und verfolgen ihre Geschichte.
"Maya und Samuel" erzählt die Geschichte zweier Menschen, die sich seit ihrer Kindheit kennen und im Laufe des Lebens mehr als Freundschaft entwickeln. Maya, eine lebensfrohe Fotografin und Journalistin, und Samuel, ein stiller, nachdenklicher Streamer und Gärtner, ergänzen sich perfekt, bis ein schwerer Verlust ihre Beziehung tief erschüttert. Sie trauern auf unterschiedliche Weise und ziehen sich voneinander zurück, obwohl sie sich doch so nah sind. Der Roman begleitet sie auf dem schwierigen Weg, wieder zueinander zu finden, indem Kommunikation, Nähe und Vertrauen neu entdeckt werden. Der Aufbau des Romans mit zwei Zeitebenen fand ich für diese Geschichte perfekt. Die Rückblicke in die Vergangenheit fand ich so intensiv, weil sie zeigen, wie Maya und Samuel sich als junge Menschen gefunden haben und aus welchem sozialen Umfeld sie stammen. Diese Einblicke verleihen der Geschichte Tiefe und machen vieles im gegenwärtigen Handeln der Figuren nachvollziehbar. Gerade diese Erklärungen aus der Vergangenheit haben mir geholfen, ihre Beziehung besser zu verstehen.Sehr greif- und fühlbar fand ich zudem die Darstellung von Einsamkeit unter einem gemeinsamen Dach. Das Gefühl, zusammen zu leben und sich dennoch fremd zu sein, wird sensibel und mit viel Feingefühl beschrieben. Hier zeigt sich für mich, dass ein Haus noch lange kein Zuhause ist. Diese innere Leere, trotz gemeinsamer Räume, wirkt hier sehr gegenwärtig. Umso berührender war der Weg, auf dem Maya und Samuel langsam wieder zueinanderfinden. Es ist ein vorsichtiger, tastender und dadurch umso glaubwürdigerer und herzerwärmenderer Prozess.An einigen Stellen hätte ich mir mehr sprachliche Eigenständigkeit gewünscht, manche Sätze wirkten sehr allgemein formuliert, zu sehr wie kleine Lebensweisheiten. Dadurch ging für mich stellenweise etwas von der Individualität verloren, die die Figuren sonst so glaubwürdig machten.