Unwahrscheinliche Reise aus dem tiefen Graben der Trauer - berührend, skurill und mit der treffenden Symbolik des Marianengrabens
Paula besucht nachts (um sicher alleine zu sein) ihren verstorbenen Bruder, der mit nur 10 Jahren ertrunken ist, auf dem Friedhof. Dabei trifft sie auf Helmuth, der auch darauf gehofft hatte, alleine zu sein, da er die Urne seiner Helga ausgraben möchte, um sie zur letzten Ruhe in die gemeinsame Heimat in den Bergen zu bringen. Daraus wird eine spontane Reisegemeinschaft in einem Wohnwagen und mit Hündin in Richtung Alpen, auf der die junge Doktorandin der Biologie und der pensionierte Förster einige Gemeinsamkeiten entdecken. Das berührende ist die Meeresthematik, die die Verbindung zu Tim, Paulas kleinem Bruder, also gewissermaßen eine Lebensader, aber zugleich todbringend und bedrohlich mit dem Marianengraben als tiefsten Punkt ihrer Trauer ist. So gelingt es der Autorin ohne Sentimentalität Trauer und Schuldgefühle in Worte zu fassen. Wie Paula Kapitel für Kapitel aus der riesigen, erdrückenden Tiefe (auch in den Kapitelüberschriften) auftaucht, ist sehr gelungen. Ein Buch, das Humor und skurrile Szenen zulässt, aber trotzdem bodenständig bleibt.