Berührende Geschichte über Depressionen
Spätestens seit Nero Corleone von @dies haben Katzen als Erzähler einen festen Platz in der Literatur. Meist sind die tierischen Protagonisten mit einer Persönlichkeit gesegnet, die sich zwischen Anhänglichkeit und versnobtemEgoismus bewegt.Auch Frankie sieht ganz klar, sich im Mittelpunkt allen Lebens. Als er um ein verlassenes Haus herumstromert, sieht er durch das Fenster einen Faden, der ziemlich dick ist (er liebt Fäden) und ein Mann, der neben diesem auf einem Stuhl steht. Als der Mensch auf ihn aufmerksam wird, kommen die beiden in Kontakt und das Vorhaben von "Gold" scheitert. Er muss sich erst mal um den Kater kümmern. Da der Kater "menschisch" sprechen kann - so wie übrigens fast alle Tiere - bekommen wir viele kluge Gespräche zwischen Mann und Kater mit. Gold ist nämlich traurig, sehr traurig, denn seine Frau ist verstorben und er möchte gerne zu ihr. Frankie versteht es nicht so recht, denn obwohl er die Sprache der Menschen spricht und es ihm im Leben nicht immer gut ergangen ist, "hört ihr hier kein schlechtes Wort übers Leben". Er versucht Gold klarzumachen, wie wichtig dieser für ihn geworden ist. Aber dann passiert ein Unglück.Dieses Buch hat mich wirklich sehr berührt. Die Ich-Perspektive des Katers war so unterhaltsam geschrieben, dass ich das Buch an einem Tag durchgelesen habe. Das Thema Depressionen wird hier behutsam behandelt und es wird sehr deutlich, wie schwierig es für Außenstehende ist, Menschen zu verstehen, die jeden Lebenswillen verloren haben und wie wichtig es ist, etwas zu haben, dass einem Inhalt gibt. Die beiden Autoren haben das mit sehr viel Charme zu Papier gebracht und rühren an unserem Mitgefühl ohne jeglichen Kitsch. Ein paare weitere tierische Protagonisten verleihen der Geschichte Abwechslung mit Humor und der ganz besondere Erzählstil, der gerade in den Dialogen manchmal etwas knapp wirkt, verbirgt ganz viel Augenzwinkern. Für mich war dieses Buch auf jeden Fall eine positive Überraschung und ich bin glücklich, dass ich es jetzt gelesen habe. Es hat mir das Wochenende verschönert. Viel fehlt dir nicht zu einem Jahreshighlight.Ich empfehle diesen fabelhaften Roman allen, die etwas Erheiterung benötigen und ihrer Umgebung mit ganz viel Tier- und Menschenliebe begegnen.