Ein erhellender Blick in die gesellschaftliche Realität der Bundesrepublik
Dora flüchtet inmitten der Coronapandemie aus Berlin in die tiefste brandenburgische Provinz. Sie hofft die Probleme der durcheinandergeraten Welt und auch ihre persönlichen mit einem immer mehr in Extreme abdriftenden Freund, einem immer stressiger werdenden Job und familiären Verbindungen, die auch nicht einfach sind, hinter sich zu lassen. Sie landet unsanft in einem stark renovierungsbedürftigen Haus mit total verwildertem Garten, einem Nazi-Nachbarn und allen Widrigkeiten, die das Dorfleben sonst noch so mit sich bringt und muss sich immer wieder die Frage stellen, ob diese Entscheidung richtig war und wie ihr Leben weiter gehen soll.Eine großartige, präzise und tiefgründige Betrachtung der bundesdeutschen Gesellschaft, deren Spaltung in vielerlei Hinsicht klar, empathisch und auch mit einer Prise Humor geschildert wird. Aber auch mit dem Ausblick, das so etwas wie Versöhnung durchaus möglich ist, wenn man bereit ist ein Stück weit sein Schubladendenken aufzugeben, auf Menschen zu zugehen, in Betracht zu ziehen, das nicht nur die eigene Meinung zwingend die richtige ist, zu zuhören und bereit zu sein auch mal jenseits aller Vorurteile zu handeln.Ein sehr lesenswertes Buch, das in mir noch lange nachhallt und sehr viele versöhnliche Denkanstöße liefert.