Ich bin absolut begeistert. Was für ein grandioses Epos, was für ein sprachgewaltiger Autor, was für ein würdiger Abschluss einer Trilogie, die zu den Besten zählt, was ich aus diesem Genre gelesen habe. Aber um was für ein Genre handelt es sich hier denn, bei diesem Mix aus Vampiren, Monster, Dystopie, Thriller und Mystery?Im Laufe der Triologie ergab sich eine Vielzahl von mysteriösen Begebenheiten, die einen fragend zurückließen. Ich könnte mir zwischendurch nicht vorstellen, wie Cronin hier noch mal einen roten Faden hineinbekommen will. In der Spiegelstadt nimmt er sich die Zeit und den Raum und löst wirklich jeden offen Punkt auf. Nachdem man ja gedacht hat, dass die Virals nach dem zweiten Band besiegt wurden mit dem Niederschlag der Zwölf, taucht mit dem Zero ein noch viel überwältigender Gegner auf. Tim Fanning als Zero, der sich ursprünglich bei der Expedition im Dschungel angesteckt hatte, spielte in den ersten beiden Romanen keine große Rolle. Doch nun im letzten Band wird der Anfang der Geschichte und auch das Ende erzählt. Der Kreis schließt sich zu meiner größten Zufriedenheit. Auf den letzten Seiten schafft Cronin es sogar, einen ganz große emotionale Schlussszene zu kreieren, bei der selbst mir nach einem so ausgedehnten Werk das Wasser in den Augen stand.Amy wird immer mehr zur Lichtgestalt, zur Retterin der Welt, zur Heilsbringerin. Obwohl der Autor von sich selbst sagt, dass er nicht besonders gläubig ist, fallen gerade in diesem Buch die vielen biblischen Symbole auf. Nicht nur Amy als Erlöserin, sondern auch Michael als Noah, der die Arche baut. Ganz zu schweigen von den Virals als Plagen, der apokalyptischen Weltvernichtung oder der Zahlensymbolik (die Zwölf). Ich hatte meinen Spaß an diesen Parallelen. Das Beste an diesem Buch ist aber das schriftstellerische Können von Justin Cronin. Eine solch poetische Sprache habe ich in diesem Genre noch nie gelesen.