Das war eine herrlich skurile Achterbahnfahrt!
Björn ist Anwalt für Strafrecht in einer großen Kanzlei. Und er ist Familienvater - oder wäre es gern. Doch sein Job frisst ihn auf, es gibt nur noch Streit mit seiner Frau und er sieht seine kleine Tochter so gut wie gar nicht. Schließlich wird er von seiner Gattin zu einem Kurs in Achtsamkeit verdonnert, an dem er mehr widerwillig teilnimmt. Doch er bemerkt schnell, dieser Kurs tut ihm gut und hilft ihm dabei, Arbeit von Privatleben zu trennen.Doch dann kollidiert genau dieser Job mit seinem geplanten Wochenende mit seiner Tochter: sein größter Mandant, ein bekannter Gangsterboss, hat Schwierigkeiten. Und das genau an dem Tag, an dem Björn mit seiner Tochter an den See fahren möchte. Widerwillig willigt er ein, besagten Gangsterboss mitzunehmen. Doch angekommen am See entscheidet Björn sich spontan dazu, seinem Achtsamkeitstraining zu folgen statt sich um seinen blinden Passagier zu kümmern ...Ich hatte viel gehört über diesen Roman, besser die ganze Reihe. Als meine beste Freundin ihn sich zulegte, entschieden wir spontan, ein Buddyread zu machen, was aber dann leider doch nicht statt fand. Statt dessen habe ich mir jetzt diesen Roman allein zu Gemüte geführt und ihr hoffentlich ein wenig den Mund wässrig gemacht, dass sie sich doch noch einmal versucht.Ehrlich gesagt, ich wusste vor dem Aufschlagen nicht, worauf ich mich einließ. Ich hatte gemixte Meinungen über diesen Roman gehört, und offenbar gibt es auch nur zwei Empfindungen: entweder man liebt dieses Buch oder man hasst es. Nun, um es kurz zu machen, ich liebe es!Diese Story ist so skuril geschildert, dass einem nichts anderes übrig bleibt, als immer wieder in Gelächter auszubrechen. Björn, der immer wieder sein Achtsamkeitsbuch hervorholt und seine ganz eigenen Interpretationen zu den unterschiedlichen Themen hat ist einfach nur zum Schießen komisch. Aber er hat auf seine Weise auch recht mit seinen Auslegungen, und er gewinnt mehr und mehr an Grund und Positivität.Nachdem sein bester Mandant und Gangsterboss das Zeitliche gesegnet hat, bleibt Björn gar nicht anderes übrig, als dessen Unternehmen zu übernehmen. Das oder der Tod. Da ist das Leben doch schöner entscheidet er spontan, und beginnt, das ganze Unternehmen von rechts auf links zu krempeln, immer scheinbar im Sinne des Verstorbenen.Die harten Kriminellen sind plötzlich gar nicht mehr so tough, sondern haben selbst Familien oder Angehörige, um die sich sorgen. Die Unternehmen unterliegen plötzlich Björn, und der tut sein bestes, um das ganze irgendwie zu retten. Dass er dabei aber weit von den eigentlichen Geschäftszweigen abdriftet spielt ab irgendeinem Zeitpunkt keine Rolle mehr.Ich sage es in letzter Zeit öfter, aber hier habe ich zwei (kätzliche) Zeugen, die bestätigen können, wie oft ich tatsächlich in lautes Lachen ausgebrochen bin. Eine Szene las ich den beiden sogar vor in der Hoffnung auf einen amüsierten Maunzer - aber Katzen haben so ihren ganz eigenen Humor, der nicht mit Menschen kompatibel ist scheints.Ich kann gar nicht anders als diesem Roman fünf Sterne zu geben. Nur allein für den herrlich schrägen und tiefschwarzen Humor.