In ihrem neuen Roman Dem Himmel entgegen, nimmt uns Katja Maybach ins Jahr 1963. Eine Dekade, die man in ihren Büchern selten findet, denn meist spielen ihre Romane in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aber sie kann auch die Nachkriegszeit, wie sie mit diesem Roman ganz deutlich unter Beweis stellt, wobei es einige, wenige Rückblenden gibt. Isabelle ist dreißig Jahre jung und Flugbegleiterin bei der Lufthansa. Ihren Wohnsitz hat sie in Hamburg. Isabelle besitzt einen Pilotenschein und gerne würde sie selbst fliegen, doch dafür ist die Zeit im konservativen Deutschland noch nicht reif. Auch müssen Stewardessen ledig sein und so pflegt sie hin und wieder flüchtige Beziehungen. Ihre neunzehn Jahre ältere Schwester Emanuelle lebt in Paris und ist eine erfolgreiche Modeschöpferin, geschieden und kinderlos lebt sie nur für ihren Beruf. Ihre Mutter Heloise wohnt in München, der Vater Felix, ein ehemaliger Pilot der Lufthansa, ist vor zehn Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Vor Isabelles Geburt lebte die Familie in Berlin, doch mit Beginn der Naziherrschaft zogen Heloise und Felix nach Argentinien. Emanuelle blieb in Europa, denn es gab einen Streit mit den Eltern. Isabelle kam in Argentinien auf die Welt und sie und Emanuelle lernten sich erst kennen, als die Familie wieder nach Deutschland zog, da war Isabelle fünfzehn. Mittlerweile sehen sich Heloise, Emanuelle und Isabelle nur noch selten, doch als Isabelle durch Zufall den Piloten Julian David Kröger kennenlernt und Emanuelle davon erfährt, kehren schmerzliche Erinnerungen zurück und die Stunde der Wahrheit rückt näher. Auch wenn ich schon recht früh ahnte, welches Geheimnis es zu offenbaren gab, so hatte ich eine gute Lesezeit. Es ist ein kurzweiliger Roman, den man, einmal in die Hand genommen, nicht mehr weglegen möchte, bis die 308 Seiten durchgelesen sind. Einige Wendungen und Überraschungen hat die Autorin dann doch im Gepäck und ihr flüssiger und moderner Schreibstil ergänzt mit bildhaften Beschreibungen entlohnen für das vorhersehbare Ende. Zügig geht es durch die Handlung und sie bringt die Geschehnisse schnell auf den Punkt, an einigen Stellen hätte ich mir mehr Ausführlichkeit gewünscht. Das Buchcover finde ich sehr gelungen und ist stimmig mit dem Inhalt. Für die Fangemeinde von historischen Unterhaltungsromanen spreche ich gerne eine Leseempfehlung aus.